12.11.2014 09:00 mit Hugh Grant

Wie schreibt man Liebe? - Romantische Komödie um einen ehemals gefeierten Hollywood-Autor

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Auch als abgestürzter Oscarpreisträger, der sich als Provinzdozent durchschlagen muss, zeigt Hugh Grant seine Qualitäten als Charmeur ohne Verfallsdatum; (c) Constantin

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Von: GFDK - kino.de

Auch als abgestürzter Oscarpreisträger, der sich als Provinzdozent durchschlagen muss, zeigt Hugh Grant seine Qualitäten als Charmeur ohne Verfallsdatum.

Diese Rolle scheint dem britischen Schwerenöter, der 2012 innerhalb von drei Monaten zweimal Vater wurde, auf den Leib geschrieben zu sein. Autor-Regisseur Marc Lawrence ("Mitten ins Herz") greift diese schlagzeilenträchtige Wirkung in seiner vierten Zusammenarbeit mit Grant offensiv auf, vergisst aber die Läuterung nicht, die in dieser formeltreuen, aber unbeschwerten romantischen Komödie ins Happy End mündet.

Wie schreibt man Liebe? - romantische Komödie

Grants Figur Keith Michaels wird auch nach 15 Jahren nur auf seinen größten Erfolg, den Drehbuch-Oscar, angesprochen, ist aber in Hollywood nach vielen Flops nur noch ein Oldtimer, dem der Sprit ausgegangen ist. Sein früherer Promistatus ist jedoch im Provinzstädtchen Binghamton, an dessen Uni der finanziell angeschlagene Autor eine Dozentenstelle angetreten hat, ein Magnet für die hübsche, ehrgeizige Karen (Bella Heathcote), die nach kurzem Gedankenaustausch in seinem Bett landet. Dummerweise ist die Studentin auch in seinem Drehbuchkurs, was zur Kollision mit den moralischen Grundgesetzen der Uni und deren Hüterin, einer hüftsteifen Literatur-Professorin, führt. Als vernünftigere romantische Option lernt Michaels eine zweifache Mutter (Marisa Tomei) kennen, die ihm als beruflicher und privater Ratgeber den Weg in ein neues Leben zeigt.

Hugh Grant zeigt seine Qualitäten als Charmeur ohne Verfallsdatum

Lawrences Drehbuch verknüpft Hollywoodträume, die sich auch auf regionalen Gutmenscheninseln erfüllen können, mit einem optimistischen Pädagogikmärchen, in dem der anfangs lustlose Lehrer zur Inspiration für seine Schüler wird. Einen möglichen Exkurs zu "Eine verhängnisvolle Affäre" unternimmt der Film nicht, auch wenn die im Laufe des Plots als Beziehungstabu aussortierte Karen die Krallen ausfährt. Doch auch von ihr lässt sich "Wie schreibt man Liebe?" letztlich nicht seine Unschuld nehmen. Liebenswert sympathisch, aber auch etwas blass bleiben seine Figuren, denen ausgebaut unberechenbare, etwas verrücktere Züge gut getan hätten. Am witzigsten ist diese Dialogkultur durchaus pflegende Komödie immer dann, wenn Grant den Grinch rauslässt, egoistisch handelt und sich politisch inkorrekt um Kopf und Kragen redet. Womit die erste Hälfte mehr Biss, die zweite Hälfte mehr Herz hat. kob.

Kinostart: 13.11.2014

Quelle: kino.de