03.06.2014 08:50 Von Regisseur Marcin Malaszczak

Vergessen und verlassen: "Sieniawka" ist ein Dokumentarfilm über eine psychiatrische Anstalt

Film Sieniawka Mann in Ruine

Nachdenklich stimmende Dokumentation über eine psychiatrische Anstalt in einem deutsch-polnisch-tschechischen Grenzort. © Arsenal Institut

Film Sieniawka Mann vor HausruineFilm Sieniawka Mann mit Motorradhelm
Von: Kino.de

Geradezu trostlos und hoffnungslos mutet der Film von Marcin Malaszczak an, porträtiert er doch die Ausgeschlossenen unserer Gesellschaft, deren persönliches Leiden in einen Raum des Unsichtbaren verbannt wurde. Doch hinter der oftmals surreal und tableauartig wirkenden Szenerie verbirgt sich eine Friedlichkeit für die Schutzsuchenden, die gleichzeitig zum Hoffnungsträger für die Menschen und den Film selbst wird. Allein die Ankunft des Sommers verändert Patienten wie Umgebung völlig und zeigt schließlich, welche Kraft und Wandlungsfähigkeit unserem Leben innewohnt.

Sieniawka - ein kleines Dorf im Grenzgebiet zwischen Polen, Deutschland und Tschechien - scheint wie aus einer anderen Zeit. Vergessen, verlassen und von der modernen Gesellschaft abgehängt. Die einstige zentrale Funktion des Ortes war der Braunkohletagbau, der seine Spuren in der kargen Umgebung hinterlassen hat. Hier gibt es eine psychiatrische Anstalt, die in der Nachkriegszeit errichtet wurde: Das "Krankenhaus für die Behandlung von Geistes- und Nervenkrankheiten und Alkoholismus", in das sich einige vom Leben gezeichnete Männer zurückgezogen haben, um einem eintönigen, kargen Alltag zu frönen.

Kinostart: 05.06.2014

Quelle: kino.de