02.05.2013 07:00 Sendetermin: Freitag 3.5.2013, 21:35 Uhr

TV-Tipp: "Shanghai, wir kommen!" - Schwierigkeiten in der Fremde

"Shanghai, wir kommen!" - Schwierigkeiten in der Fremde

Der Film fängt das moderne China in ungewohnter Dynamik ein © Raspail Production / Arte France

Von: Arte

Das junge Paar Rémy und Marine und ihr kleiner Sohn Alex wagen den großen Sprung: von Paris nach Shanghai. Doch Träume und Glück bleiben auf der Strecke. Sie finden sich konfrontiert mit einem China des permantenten Wandels, mit dem auch die Einheimischen kaum Schritt halten ...

Der junge Architekt Rémy wird von seiner Firma nach Shanghai geschickt, um dort für einen kranken Kollegen beim Bau eines Konzertsaals einzuspringen. Danach, so versichert man ihm, wird er bei der Filiale vor Ort für drei Jahre fest angestellt. Rémy kann dieses Angebot eigentlich nicht ablehnen, denn sonst droht er seinen Job zu verlieren. Seiner Frau Marine muss er beibringen, dass dieser Umzug eine einmalige Chance ist: Shanghai sei das neue New York! Nach anfänglicher Skepsis lässt sich Marine schließlich überzeugen und die kleine Familie zieht ans andere Ende der Welt.
Rémy ist überzeugt, dass dies endlich der Beginn einer erfolgreichen Karriere sein wird. Doch einmal gelandet, werden er, Marine und ihr Sohn Alex brutal mit der Megacity Shanghai konfrontiert, in der alles einem atemberaubenden Tempo gehorcht. Die Familie hat es schwer, Anschluss zu bekommen. Doch mit Hilfe von anderen Auswanderern wie Tonio, einem Restaurantbesitzer, Xavier, einem ambitionierten Club-Manager und Christophe, der mit einer Chinesin verheiratet ist, fassen sie langsam Fuß. Alex, der auf eine chinesisch-französische Schule geht, lernt schnell Chinesisch und spricht es bald fließend. Marine, die am Anfang am meisten Schwierigkeiten mit ihrer neuen Heimat hatte, kommt in Kontakt mit einem Modedesigner und wird Modeproduzentin.
Für Rémy läuft alles nach Wunsch, wie es scheint. Schon bald ist der Abschluss der Bauarbeiten in Sicht, was er der Zusammenarbeit mit dem Architekten Yu und der hübschen Ingenieurin Tao zu verdanken hat. Doch als er gegenüber dem Bauherren einen schweren diplomatischen Fehler begeht, wird er auf der Stelle entlassen und steht plötzlich vor dem Nichts. Zuhause versucht er das Gesicht zu wahren und verheimlicht die Entlassung seiner Frau.
Auf einmal sind die Rollen vertauscht: Rémy bereut seine Entscheidung, nach Shanghai gezogen zu sein und will nichts als zurück in die Heimat. Aber Marine hat in Shanghai endlich das Gefühl, ihre Träume zu realisieren. Wird sich das Paar in dieser viel zu großen Stadt, in der man sich so leicht verlieren kann, wiederfinden.

TV-Programm

Fred Garsons rasantes Emigrantenabenteuer "Shanghai, wir kommen!" fängt das moderne China in ungewohnter Dynamik ein: Weder wird ein chinesisches Eldorado, noch das Monster China, das das alte Europa wirtschaftlich bald besiegen wird, gezeigt. Aus der Sicht von französischen Auswanderern, die ihre Träume in dieser neuen Welt zu verwirklichen suchen, wird nicht nur das Exil thematisiert. Ohne in Klischees zu verfallen, taucht der Blick in Straßen, Baustellen und Hinterhöfe einer Stadt, mit deren Rhythmus auch die Einheimischen nicht mithalten können; eine Metropole des modernen Chinas, in der Geld alles bestimmt und sich alles fast von einem Tag auf den anderen verändern kann. Durch Nahaufnahmen der Protagonisten werden deren Gefühle, Träume und Frustrationen dem überdimensionalen Shanghai gegenübergestellt. "Shanghai, wir kommen!" wurde für den Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals audiovisueller Programme (FIPA) 2013 in Biarritz ausgewählt.

Regisseur Fred Garson begann als Regieassistent. 1995 arbeitete er mit Wim Wenders und Michelangelo Antonioni für den Film "Jenseits der Wolken". Mit Luc Besson drehte er - ebenfalls als Regieassistent - die Filme "Das fünfte Element" (1997) und "Johanna von Orleans" (1999). Luc Besson produzierte seinen ersten Spielfilm "The Dancer" (2000), die Geschichte einer stummen Tänzerin. Seitdem widmete Fred Garson sich fast ausschließlich der Regie von Werbespots und Musikvideos, bis er 2011 bereits mit den Drehbuchautoren Didier Lacoste und Pauline Rocafull den Thriller "Strahlende Wüste" drehte.
In der Rolle des jungen Architekten ist Clément Sibony zu sehen. Der 27-Jährige gab sein Kinodebüt 1995 in "Nimm' mich mit" von Michel Spinosa. Der Durchbruch gelang ihm an der Seite von Romain Duris in "Déjà Mort" (1997, Regie: Olivier Dahan). Unter seinen darauffolgenden Filme sind "L'Envol" (2000) von Steve Suissa, "Wahnsinnig verliebt" (2002, Regie: Laetitia Colombani), "Qui de nous deux" (2006, Regie: Charles Belmont") und "Let My People Go!" (2011, Regie: Mikael Buch) zu nennen. Auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2011 war er in "L'Oiseau" (Regie: Yves Caumon) zu sehen.
Elodie Navarre wurde 1997 im Alter von 18 Jahren durch den Film "Clara et son Juge" von Joël Santonis bekannt, in dem sie neben dem bekannten französischen Schauspieler Jean Rochefort in der Rolle von Clara beeindruckte. Es folgten "Spuren von Blut" (2000, Regie: Frédéric Schoendoerffer), "Wahnsinnig verliebt" (2002, Regie: Laetitia Colombani), "Grande Ecole - Sex ist eine Welt für sich" (2004, Regie: Robert Salis), "Dialog mit meinem Gärtner" (2007, Regie: Jean Becker) und "Lehrjahre der Macht" (2009, Regie: Raoul Peck). Zuletzt war sie in "Die Kunst zu lieben" (2011) von Emmanuel Mouret zu sehen.


Sendetermin: Freitag 3.5.2013, 21:35 Uhr Arte


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