17.03.2013 08:30 Sendetermin: Montag 18.3.2013, 23:30 Uhr ARD

TV-Tipp: "Knast auf ewig?" - Der Streit um die Sicherungsverwahrung

"Knast auf ewig?" - Der Streit um die Sicherungsverwahrung

© MDR/Dietmar Weise

Von: ARD

Kann man jemanden einsperren für eine Tat, die er noch gar nicht begangen hat? Ja. Immer häufiger ordnen Gerichte Sicherungsverwahrung an und das nicht nur bei Sexual- und Gewaltstraftätern. Nicht wenige sitzen wegen mehrfacher Raub- oder Betrugsdelikte seit Jahren bzw. Jahrzehnten hinter Gittern.

So sitzt z.B. der 59-jährige Klaus F. seit insgesamt 24 Jahren im Knast wegen räuberischer Erpressung und wiederholter Bankeinbrüche. 2008 wurde für den ehemaligen Logistikkaufmann Sicherungsverwahrung angeordnet. Seit 1998 kann Sicherungsverwahrung in Deutschland unbefristet verhängt und seit 2004 auch nachträglich angeordnet werden. Der europäische Gerichtshof beurteilt diese Ausweitung als Verstoß gegen europäische Rechtsnormen und verlangt eine Neuregelung bis Mai 2013. Die Debatte in der Gesellschaft schlägt hohe Wellen: Wie kann man der Bevölkerung größtmöglichen Schutz geben ohne Menschen für immer wegzusperren? Welche Taten rechtfertigen überhaupt eine solche Strafe? Der Film schaut hinter die Gefängnismauern der JVA Werl, die zurzeit zur größten Anstalt für Sicherheitsverwahrung ausgebaut wird. Er stellt Gefangene vor, die hier seit Jahrzehnten inhaftiert sind. Gefängnisdirektor und Jurist Michael Skirl kommt zu Wort, der gerade ein Buch zum Thema veröffentlichte und ein kritisches Auge auf die eigene Zunft hat.

Außerdem werden Psychologen, Richter, Politiker befragt und nicht zuletzt Anstaltspfarrer Adrian Tillmanns, der immer häufiger Gefangene beerdigen muss, die ihr Leben hinter Gittern beendet haben.

 

Sendetermin: Montag 18.3.2013, 23:30 Uhr ARD


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