17.02.2013 07:30 Sendetermin: Montag 18.2.2013, 20:15 Uhr Arte

TV-Tipp: "Kirschblüten - Hanami" - Tragikomisches, melancholisches Roadmovie über Verlust und Selbsterfahrung

"Kirschblüten - Hanami" - Tragikomisches, melancholisches Roadmovie über Verlust und Selbsterfahrung

© Majestic/Mathias Bothor/BR

Von: Arte

Trudi erfährt, dass ihr Mann Rudi Krebs im Endstadium hat. Sie beschließt, die Diagnose vor ihm geheim zu halten. Nach einem gemeinsamen Besuch bei den erwachsenen Kindern stirbt Trudi plötzlich. Ihr Mann ist völlig aus der Bahn geworfen. Als er erfährt, dass Trudi das Leben, das sie leben wollte, aus Liebe zu ihm geopfert hat, sieht er seine verstorbene Frau mit anderen Augen. Er bricht aus seinem Alltag als Beamter aus und reist, auf den Spuren ihrer unerfüllt gebliebenen Träume, nach Japan ... ARTE präsentiert "Kirschblüten-Hanami" im Rahmen des dreiwöchigen Berlinale-Schwerpunkts.

Trudi erfährt, dass ihr Mann Rudi Krebs im Endstadium hat. Es liegt an ihr, ob sie es ihm mitteilen will oder nicht. Der Arzt schlägt eine letzte gemeinsame Unternehmung vor, etwas, was die beiden sich vielleicht schon länger vorgenommen, aber nie getan haben. Trudi beschließt, die schlimme Diagnose vor ihm und der Familie geheim zu halten und den Rat zu befolgen. Sie überredet ihren Mann, mit ihr die Kinder und Enkelkinder in Berlin zu besuchen.
Doch dort angekommen müssen die beiden feststellen, dass ihre Kinder viel zu sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt sind, um sich um die Eltern zu kümmern. Sie beschließen daraufhin, noch ein paar Tage gemeinsam an der Ostsee zu verbringen. Aber dort stirbt Trudi unerwartet. Rudi ist völlig aus der Bahn geworfen und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Als er dann noch von der Freundin seiner Tochter erfährt, dass Trudi das Leben, das sie leben wollte, offenbar aus Liebe zu ihm geopfert hat, sieht er seine verstorbene Frau mit neuen Augen.
Er bricht aus seinem festgefahrenen Beamtenalltag aus und reist, auf den Spuren ihrer unerfüllt gebliebenen Träume, nach Japan. Dort entdeckt er die magische Körpersprache des japanischen Butoh-Tanzes, der seine Frau zu Lebzeiten so faszinierte. Er macht sich schließlich auf den Weg zum legendären Berg Fuji. Ihn einmal zu sehen, war ein großer Wunsch von Trudi. In der fremden Welt lernt er, die Grenzen zwischen Leben und Tod zu überwinden.

"Kirschblüten - Hanami" ist ein zutiefst menschlicher und ergreifender Liebesfilm über zwei Mittsechziger, glänzend gespielt von Elmar Wepper und Hannelore Elsner, die durch den Tod getrennt werden und erst dadurch wirklich zueinanderfinden. Eine poetische Reise in das Innere des Seins und zugleich ein sehr intimes und persönliches Werk der Regisseurin Doris Dörrie, die vor allem durch die Erfolgskomödie "Männer" von 1985 bekannt geworden ist.
Für die Entstehung des Films spielten persönliche Erlebnisse und Eindrücke der Regisseurin eine große Rolle. Auf ihren Reisen nach Tokio und Kamakura faszinierten sie immer wieder das japanische Bewusstsein für die Vergänglichkeit und die besondere Liebe zu allen Dingen, eine Art Aufgehen des Ichs in den Dingen der Welt. Diese Inspirationen sind im Film deutlich zu spüren.
Ein Vorbild Dörries war nach eigener Aussage auch Yasujiro Ozu, ein japanischer Regisseur der 30er bis 60er Jahre, der sich dem Thema Familie in besonderer Weise verschrieben hat. 1996, nach dem Tod ihres Mannes, der als Kameramann arbeitete, war Dörrie überzeugt davon, keine Filme mehr machen zu können. Sie bereute es sehr, viele der Reisen nach Japan nicht mit ihm gemeinsam erlebt zu haben. Ein Freund ihres Mannes überredete sie schließlich dazu, wieder mit dem Filmen anzufangen.
Der "Deutsche Filmdienst" beschreibt "Kirschblüten - Hanami" als "ein subtiles und partiell hoch emotionales filmisches Memento mori, das vom Thema des Todes und der Trauerarbeit stets wieder zum Leben und den Lebenden hinführt. Die Frage, wie wir miteinander umgehen, wird mit kritischem Blick besonders auf das Verhältnis der Generationen vorgetragen. Den beiden hervorragenden Hauptdarstellern gelingt es, die sichtbaren und auch verborgenen Seiten ihrer Figuren glaubhaft und anrührend darzustellen."
Der vielfach ausgezeichnete Film lief 2008 auf der Berlinale und wurde für den Goldenen Bären nominiert. Elmar Wepper wurde außerdem für seine schauspielerischen Leistungen mit dem Deutschen Filmpreis in Gold für die beste darstellerische Leistung in einer männlichen Hauptrolle belohnt. Doris Dörries neuester Film, das Drama "Glück", lief 2012 ebenfalls auf der Berlinale.



Sendetermin: Montag 18.2.2013, 20:15 Uhr Arte



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