31.12.2012 08:30 Sendetermin: Dienstag 1.1.2013, 17:10 Uhr Arte

TV-Tipp: Gala zur Wiedereröffnung des Bolschoi-Theaters Moskau

Gala zur Wiedereröffnung des Bolschoi-Theaters Moskau

Bolschoi-Theater© ARTE France / Denis Sneguirev

Von: Arte

 

Das 1776 im Auftrag von Katharina der Großen gegründete Bolschoi-Theater öffnete nach sechs langen Jahren der Renovierung wieder seine Pforten. Wörtlich genommen heißt Bolschoi-Theater übrigens nichts anderes als "Großes Theater". Großartig und spektakulär war auch die Wiedereröffnungszeremonie im Oktober letzten Jahres. Der Regisseur Dmitri Tcherniakov und die Choreographen Yuri Grigorovich, Serguey Filin und Pierre Lacotte brachten zusammen die wichtigsten Werke der Geschichte des Bolschois auf die Bühne.
Weder Kosten noch Mühen wurden gescheut, um den Zuschauer mit auf eine Zeitreise durch über 200 Jahre Aufführungsgeschichte zu nehmen. Historische Kulissen wurden mit Hilfe gigantischer Bildschirme auf die Bühne projiziert. Stars von heute interpretierten die Werke, die das Bolschoi-Theater maßgeblich beeinflusst haben. Unter ihnen, Natalie Dessay, Dmitri Hvorostovski, Violetta Urmana und eine der größten Tänzerinnen unserer Zeit, Swetlana Sacharaowa.
Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Vassily Sinaisky.

 

Das Theatergebäude des Architekten Joseph Bové (Ossip Iwanowitsch Bowe) zählt zu den Meisterwerken des russischen Klassizismus. Es beeindruckt insbesondere durch seinen imposanten Portikus mit acht Säulen auf dem der Streitwagen Apollos thront und den mit Gold geschmückten Zuschauerraum. Doch seinen Weltruhm hat das Bolschoi-Theater vor allem durch seine hervorragenden Künstler und legendären Inszenierungen erlangt.
Besonders die zweite Hälfte des 19. und das 20. Jahrhundert gelten als Blütezeit des Theaters. Es war die Zeit der großen russischen Opern, die sich in Moskau nach und nach gegen das italienische Repertoire durchsetzen konnten. Viele dieser Werke finden sich auch heute noch weltweit in den Spielplänen der Opernhäuser wieder; Tschaikowskys "Eugen Onegin", "Iolanta" oder Mussorgskys "Boris Gudonow", Korsakows "Schneeflöckchen" sind nur einige Beispiele. Einzelne Künstler, Sänger oder Tänzer wurden zu Stars und machten aus dem Theater einen Publikumsmagneten.
Das Bolschoi-Theater ist als Dreispartenhaus konzipiert. Neben den Operninszenierungen sind vor allem die Ballettaufführungen berühmt. Das wohl bekannteste aller Ballettwerke Tschaikowskys "Schwanensee" wurde hier 1877 uraufgeführt. Doch die großen Erfolge wurden erst im 20. Jahrhundert gefeiert, seitdem zählt das Ensemble zur Weltspitze des Balletts.
Doch in der langen Geschichte des Bolschoi-Theaters gibt es mehrere dramatische Momente wie die Brände 1805 und 1853, die das Theater zweimal fast restlos zerstörten. Das heute erhaltene Gebäude wurde 1856 feierlich mit der Bellini-Oper "Die Puritaner" wiedereröffnet.
Doch 2005 wurde das Theater geschlossen. Das 149 Jahre alte Gebäude war mehr als baufällig und galt sogar als einsturzgefährdet. Die Kosten für die Renovierung wurden zunächst auf 580 Millionen Euro geschätzt. Drei Jahre sollten die Arbeiten bis zur Wiedereröffnung dauern, am Ende wurden daraus sechs Jahre mühevoller Restaurierung, die nicht nur die oberflächliche Bearbeitung von Vertäfelungen beinhaltet, sondern auch die Erneuerung des Fundaments und eine moderne Bühnentechnik.
Es gab Korruptionsskandale und die langen Arbeiten ließen die Kosten explodieren. Das Budget für den Umbau wird inzwischen auf eine Milliarde Euro geschätzt, so etwas hat es in der Theatergeschichte noch nicht gegeben. Während der Renovierungszeit wichen die Produktionen auf die "New stage", einer in der Nähe des alten Bolschoi-Theaters gebauten Ersatzbühne, aus und gingen weltweit auf Tournee.

 

 

 


 

Sendetermin: Dienstag 1.1.2013, 17:10 Uhr Arte

 


 


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