15.11.2012 07:00 Sendetermin: Freitag 16.11.2012, 20.15 Uhr Arte

TV-Tipp: "Drei" von Tom Tykwer

"Drei" von Tom Tykwer

© X Verleih AG / WDR

Von: Arte

Kulturmoderatorin Hanna und Kunsttechniker Simon, beide Mitte 40, sind seit 20 Jahren liiert. Nach etlichen Höhen und Tiefen, führen sie eine zwar nach wie vor harmonische, aber dennoch stagnierende Beziehung. Dies führt, vom Zufall geleitet, dazu, dass sie sich beide anderweitig verlieben. Und das auch noch in denselben Mann.


Fast zeitgleich, lässt sich zunächst Hanna auf den unbeschwerten Charme von Adam ein, des Stammzellenforschers, den sie in ihrer Talk-Runde interviewt. Kurz darauf begegnet ihr Mann Adam im Schwimmbad und verspürt unerwartete Sehnsucht, ebenfalls sexueller Natur. Auch er verfällt der bescheiden sorglosen Art von Adam.
Nach dem Motto "Lebe den Moment" lassen sich sowohl Hanna, als auch Simon auf eine Affäre ein. Diese wirft jedoch viele Fragen auf: Genügt einem das, was man hat, um glücklich zu sein? Tatsächlich kann das Paar seine Beziehung durch die Wirrungen der geheimen Affären wieder neu definieren und sich wieder näher kommen. Als Hanna jedoch unerwartet schwanger wird, werden die drei Liebesbeziehungen ernsthaft auf die Probe gestellt.

 

In "Drei" geht es nicht vorrangig um Liebe, Beziehung und die Irrungen und Wirrungen, von denen sie begleitet werden. Vielmehr behandelt der Film auf offene und witzige Art große Themen wie Vertrauen und Moral. Was ist in einer Beziehung erlaubt, was nicht? Inwieweit hängen Emotion und Moral miteinander zusammen?
Aus einem unverkrampften Blickwinkel zeigt Regisseur Tom Tykwer die Momente, an dem die unbekannt aufregende Leidenschaft überhand gewinnt und sich die Protagonisten vollends hingeben. "Er zeigt Sex ohne Komik, ohne falsches Pathos. So, wie er sein sollte zwischen zwei Menschen, die zum ersten Mal miteinander schlafen: aufregend und ungestüm. Vor allem die homosexuellen Szenen sind von einer Offenheit und Sinnlichkeit, die es im deutschen Film bisher selten zu sehen gab." (Carolin Ströbele, "zeit.de").


Nachdem Tykwer zu Beginn seiner Karriere mit "Lola rennt" einen, von der Narration her, innovativen Film landete, folgte die Romanverfilmung "Das Parfüm", die ihm, kontrovers diskutiert, viel Präsenz in der Öffentlichkeit verschaffte. In Berlin, wo alles begann, wurde er beim 61. Deutschen Filmpreis für die beste Regie für "Drei" ausgezeichnet. Auch Sophie Rois erhielt die Lola als beste weibliche Hauptdarstellerin für ihr natürliches Spiel zwischen Lust und Verantwortung.

 

 

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