15.05.2013 07:00 Sendetermin: Donnerstag 16.5.2013, 23:30 Uhr Arte

TV-Tipp: Dokumentation "Superfrauen gesucht" - Über den Druck es immer allen rechtmachen zu wollen

Dokumentation "Superfrauen gesucht" - Über den Druck es immer allen rechtmachen zu wollen

"Wir haben versucht, Mama in zwei Teile zu schneiden, aber es hat nicht geklappt", witzelt ein 14-jähriger Sohn. © Sabine Jainski

Von: Arte

Drei Frauen rennt die Zeit davon: Sie haben Kinder, sie haben einen guten Job - und jetzt werden auch noch Vater oder Mutter pflegebedürftig. Wie ist das zu schaffen? Alle drei erzählen ganz subjektiv, wie sie diese Herausforderung zu meistern versuchen. Oft kämpfen sie mit ihrem schlechten Gewissen: Wie können sie es allen recht machen? Gelingt es ihnen noch, gelegentlich ein eigenes Leben zu führen? Drei Geschichten direkt aus dem Leben..

TV-Programm

Die Schauspielerin Verena K. hat vor neun Jahren ihre Mutter bei sich aufgenommen; ihre Kinder waren damals vier und sieben Jahre alt. "Ich hab schon gedacht, ich mach das mit links" - doch dann begannen die Probleme: Die Mutter wurde zunehmend pflegebedürftig, entwickelte dann auch noch eine Demenz. Der Ehemann verließ die Familie, und Verena K. war mit Mutter und Kindern allein. Oft mussten die Kinder zugunsten der Oma zurückstehen, und auch ihren Beruf konnte Verena K. irgendwann nicht mehr ausüben: "Ich habe mich nur noch als Versorgungsmaschine gefühlt." Jetzt, nach neun Jahren, versucht sie ein Comeback.
Die Grundschullehrerin Régine F. kümmert sich seit drei Jahren um ihre Mutter, die nach einem schweren Schlaganfall pflegebedürftig ist. Mit ihrem kreativen Talent ist es der Tochter gelungen, die Mutter wieder in ein aktives Leben zurückzuholen. Doch vor einem halben Jahr starb der Vater - jetzt musste die Mutter in ein Heim. Seitdem verfolgt Régine F. das schlechte Gewissen. Zugleich spürt sie, dass sie ihre fünf Kinder vernachlässigt. Die Familie versucht alles, doch "es gibt eigentlich keine Lösung, die allen gerecht wird", wie Ehemann Pierre F. feststellt. "Wir haben versucht, Mama in zwei Teile zu schneiden, aber es hat nicht geklappt", witzelt der 14-jährige Sohn.
Die Cutterin Christine B. ist mit ihrem Beruf und ihren beiden Kindern im Alter von vier und zwölf Jahren gut ausgelastet. Dennoch hat sie sich vor drei Monaten entschlossen, ihren nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmten Vater bei sich aufzunehmen. Christine B. will nicht nur für das körperliche Wohl ihres Vaters sorgen, sondern auch gemeinsame Projekte fortführen, aber ist das alles zu schaffen?
Die drei Frauen gehören einer Generation von Frauen an, die neben ihrer Rolle in der Familie auch voll berufstätig ist. Aber können die Gesellschaften in Europa weiterhin auf die Hilfe der Töchter zählen? Flexibilität und ständige Verfügbarkeit, wie sie heute im Beruf erwartet werden, lassen sich bereits schwer mit der Kindererziehung vereinbaren - und noch weniger mit den Anforderungen an die Pflege alter Menschen, die viel Kraft und Zeit erfordert.