11.11.2012 07:00 Sendetermin: Montag 12.11.2012, 23.35 Uhr Arte

TV-Tipp: Chronik einer Krise - Amos Kollek

Chronik einer Krise - Amos Kollek

(c) ZDF / O. Kollek

Von: Arte

Amos Kollek ist ein bekannter israelischer Schriftsteller und Filmemacher, der für seine Filme vor allem in Europa Preise und Anerkennung bei Kritik und Publikum bekam. Doch der konstante Erfolg ist ausgeblieben. Kollek ist frustriert. Er verzweifelt an sich, seiner Karriere, seiner Kreativitäts-Blockade und seinem Leben überhaupt. Also beginnt er - ein Mann in der Krise, ein Filmemacher und begabter Selbstdarsteller - mit einer gnadenlosen Selbstanalyse.
Für seine "Chronik einer Krise" verwendet er Material aus den Jahren 2004 bis 2011, gedreht in seiner Wahlheimat New York und Jerusalem. Er erzählt von seinen Versuchen, Geld für ein neues Projekt aufzutreiben, von den Absagen, der Missachtung, den Selbstzweifeln. Er erzählt von der konfliktreichen Beziehung mit seinem Vater Teddy Kollek, dem legendären Bürgermeister von Jerusalem. Das Verhältnis zu ihm war immer geprägt vom Versuch, aus dem Schatten dieses berühmten Mannes zu treten. Nun, mit über 90 Jahren, ist von dem charismatischen Politiker, dem Volkshelden, dem vor Energie strotzenden einflussreichen Mann nicht mehr viel zu spüren. Der Sohn muss sich mit dem allmählichen Verfall seines einst so starken Vaters auseinandersetzen.
Dann lernt er auf einem seiner ziellosen Streifzüge durch New York die drogensüchtige Prostituierte Robin kennen. Für Amos ist Robin die leibhaftige Verkörperung von "Sue", der Hauptfigur seines gleichnamigen Spielfilms, der sein bisher größter Erfolg als Regisseur war. Robin fasziniert ihn. Sie ist clever, überdreht und kaputt, aber voller Leben. Sie lässt sich von Amos und seiner Kamera mit fast kindlicher Freude begleiten und gibt ihm bereitwillig Einblick in ihr Leben. Sie erzählt und erfindet Geschichten von ihrer Vergangenheit, ihrer Einsamkeit und ihren Wünschen, ohne sich selbst zu bemitleiden. Robin ist immer in Bewegung, rastlos. Mal ist sie im Gefängnis, mal obdachlos, mal verschwindet sie einfach wochenlang. Und plötzlich meldet sie sich aus Italien - aus einem ganz anderen Leben.
Mit den Aufnahmen von Robin endet auch die Schaffenskrise von Amos. Aus seinem Spielfilm-Projekt ist ein Dokumentarfilm geworden. Der Vater ist inzwischen gestorben. Nur Robins Geschichte bleibt offen ...

Amos Kollek, 1947 in Jerusalem geboren, ist Schriftsteller und Filmregisseur. Er wurde vor allem durch die in seiner Wahlheimat New York gedrehten Filme wie "Sue" (1997), "Fiona" (1998), "Fast Food - Fast Women" (2000) und "Restless" (2008) bekannt. "Restless" und "Sue" liefen im Wettbewerb der Berlinale. Für "Sue" gab es dort 1998 den FIPRESCI-Preis der Internationalen Filmkritik und den Preis der Ökumenischen Jury, für "Restless" 2008 den Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater. "Fast Food - Fast Women" lief 2000 im Wettbewerb in Cannes und wurde ebenfalls mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet.

 

 

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