26.02.2013 08:30 Sendetermin: Mittwoch 27.2.2013, 20:15 Uhr Arte

TV-Tipp: "Caché" - Psychodrama von Oscargewinner Michael Haneke ("Liebe")

"Caché" - Psychodrama von Oscargewinner Michael Haneke ("Liebe")

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Von: GFDK - Arte

Georges und Anna Laurent, ein Pariser Ehepaar, leben ein komfortables und perfektes Leben. Georges ist Moderator einer populären Literatursendung, Anne arbeitet für ein Verlagshaus. Sie leben mit ihrem zwölfjährigen Sohn in einem großen Stadthaus in einer ruhigen Straße. Nichts scheint dieses Idyll trüben zu können, bis eines Tages ein merkwürdiges Päckchen auf der Türschwelle ihres Hauses liegt.
Der Inhalt: Ansichten ihres Hauses, von der gegenüberliegenden Straßenseite gefilmt. Als ein zweites Videoband die Laurents erreicht und sie zudem von anonymen Anrufen terrorisiert werden, wendet sich Georges an die Polizei. Doch die bleibt untätig und Georges macht sich selbst auf die Suche nach dem anonymen Stalker. Er stößt dabei auf die dunklen Flecken seiner Vergangenheit und eine längst vergessen geglaubte Schuld ...

"Caché" basiert auf dem Originaldrehbuch des österreichischen Filmemachers Michael Haneke, der vor allem mit der Verfilmung von Elfriede Jelineks "Die Klavierspielerin" (2001) bekannt geworden ist. Inspiration für den Stoff war nach Aussagen Hanekes das Massaker vom 17. auf den 18. Oktober 1961 in Paris, bei dem Pariser Polizisten in einer Nacht über 200 Algerier niedermetzelten, die gegen den Algerienkrieg demonstriert hatten. Claude Bourdet, der Chefredakteur des "France Observateur", der die Geschehnisse publik machte, wurde damals vom Polizeipräsidenten wegen Beamtenbeleidigung verklagt - die tragischen Ereignisse selbst sind nie aufgeklärt worden. Das Massaker gilt in Frankreich bis heute als ein Tabuthema.
Gekonnt verknüpft Haneke diese historische Brisanz mit dem psychologisch ausdifferenzierten Porträt eines Mannes, der mit einer schweren Schuld aus seiner Kindheit konfrontiert wird. Wie geht man damit um, als kleiner Junge eine Tragödie verursacht und ein Leben zerstört zu haben? - Um diese Frage kreist Hanekes Film.
Daniel Auteuil spielt den bourgeoisen Intellektuellen Georges Laurent, der auf eine längst vergessen geglaubte Schuld zurück geworfen wird, mit beeindruckender Intensität: Rücksichtslos sucht er die Vergangenheit zu verdrängen und den Schein seines Lebens zu wahren. "Was tun wir nicht alles, um nichts zu verlieren?", fragt ihn der verbitterte Majid - herausragend dargestellt von Maurice Bénichou -, dessen Leben Georges in frühester Kindheit zerstört hat.
Auch in der weiblichen Hauptrolle ist der Film hochkarätig besetzt: Juliette Binoche spielt Georges Ehefrau, die sich verzweifelt einer namenlosen Bedrohung gegenüber sieht und sich immer mehr von ihrem Mann belogen fühlt.
Für die deutsche Synchronfassung wurde der Originaltitel "Caché" beibehalten. Die Mehrdeutigkeit des Wortes "Caché", das zugleich "versteckt" und "verheimlicht" bedeutet, ist im Deutschen nicht äquivalent zu übersetzen.
Am 14. Mai 2005 feierte "Caché" auf den Filmfestspielen von Cannes Premiere. Hanekes Thriller wurde dort von den Kritikern begeistert gefeiert und mit dem FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik, dem Preis der ökumenischen Jury sowie dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen folgten: "Caché" erhielt den Europäischen Filmpreis in den Kategorien "Bester Film", "Beste Regie", "Bester Hauptdarsteller", "Bester Schnitt" und auch hier noch einmal den FIPRESCI-Preis. 2006 war Hanekes Thriller in vier Kategorien für den französischen César nominiert. Zu Michael Hanekes bekanntesten Werken zählt unter anderem auch der mehrfach preisgekrönte Schwarz-Weiß-Film "Das weiße Band". Hanekes kammerspielartiges Drama "Liebe" erhielt im Mai bei den 65. Internationalen Filmfestspielen von Cannes die Goldene Palme und erhielt in der Folge zahlreiche Auszeichnungen sowie eine Golden-Globe-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film und den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.



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