08.12.2014 08:00 Enträtselung eines Masterplans

The Loft - verzwickt konstruierter Mysterythriller über fünf Freunde

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Mit dramaturgischen und physischen Enthüllungen verführt auch das US-Remake des erfolgreichsten belgischen Films aller Zeiten; SquareOne/Universum (24 Bilder)

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Von: GFDK - Universum/kino.de

Mit dramaturgischen und physischen Enthüllungen verführt auch das US-Remake des erfolgreichsten belgischen Films aller Zeiten.

Nach dem Original von 2008 und der holländischen Kopie von 2010 ist diese englischsprachige Adaption bereits die dritte Version eines clever konstruierten Drehbuchs von Bart De Pauw. Die Qualitäten der Erstverfilmung, ein Parcours von präsentierten Fragezeichen und überraschenden Auflösungen, wie auch dessen vor allem in den Figuren begründete Schwächen, bleiben in diesem gut besetzten Remake erhalten, mit dem Erik Van Looy, Regisseur von "Loft - Tödliche Affären", sein US-Debüt gibt.

The Loft demnächst im Kino

Der zentrale Anreiz der Story liegt in der Enträtselung eines Masterplans, ein eher kühler Prozess, ohne nachhaltiges Mitfiebern, weil echte Sympathiefiguren fehlen. Vor allem unter den fünf männlichen Protagonisten mit ihrem Verhaltensspektrum zwischen untreu, berechnend oder vulgär, aber auch bei einigen Frauenfiguren, unter denen man manipulative, eisige oder auch psychisch gestörte Exemplare findet. Die Täterfrage bei diesem Thriller, der aufgrund seiner Bauform erst in der letzten halben Stunde richtig Spannung entwickeln kann, wird aber exklusiv unter den Männern gelöst - unter fünf Freunden, die sich ein exklusives Apartment für sexuelle Abenteuer gekauft haben, die sie ohne ihre Ehefrauen erleben möchten. Als sie eines Morgens dort eine offensichtlich ermordete nackte junge Frau vorfinden, mündet Panik in gegenseitige Beschuldigungen, weil es nur fünf Schlüssel zu diesem geheimen Loft gab und der Mörder somit einer von ihnen sein muss.

Mysterythriller über fünf Freunde, ihre Affären und eine junge Frau

Von diesem Punkt aus springt der Film in die Zukunft, aber auch in die Vergangenheit zurück, bekommt man durch Verhöre der Polizei unterschiedliche Perspektiven auf die Ereignisse, lernt Verbindungen untereinander und mögliche Motive kennen. Die Strategie der cleveren Inszenierung liegt in der Aussparung von entscheidenden Details, die später nachgereicht werden und so für neue Wendungen im Plot sorgen. Ob man das Ganze in der Rückbetrachtung schlüssig oder überkonstruiert findet, hängt von der Disposition des Zuschauers ab, der sich resistent gegenüber den Manipulationen und Reizen von "The Loft" zeigen kann, ihnen aber, wie es schon die Protagonisten erfahren müssen, in den meisten Fällen erliegen wird. kob.

Kinostart: 11.12.2014

Quelle: kino.de