16.03.2015 08:00 Thriller um eine Frau

The Boy Next Door - die Affäre mündet in eine Katastrophe

The Boy Next Door kino

Schullehrerin Claire lebt von ihrem Mann getrennt, trotzdem hofft ihr 16jähriger Sohn Kevin auf Wiederversöhnung; (c) Universal

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Von: GFDK - Universal/kino.de

Übersteigerter Psychothriller um eine verhängnisvolle Affäre mit Jennifer Lopez als Protagonistin und Produzentin.

The Boy Next Door demnächst im Kino

Lopez beweist sich damit einmal mehr zwar nicht als überragende Schauspielerin, doch als smarte Geschäftsfrau, da diese für ca. vier Mio. Dollar realisierte Frau-in-Gefahr-Variante bereits nach dem US-Startwochenende schwarze Zahlen schrieb. Das klassische B-Movie-Skript steuerte Juristin Barbara Curry bei, die damit ihr erstes Drehbuch vorlegt. Ein alter Hase hingegen ist Regisseur Rob Cohen ("The Fast and the Furious"), der zuletzt in 2012 den Krimi-Actioner "Alex Cross" inszenierte. Hier scheint er routinehaft eine Pflichtübung zu durchlaufen - am meisten in seinem Element mutet er bei einer rasanten Autoactionsequenz und dem feurigen Showdown in einer brennenden Scheune an. Hauptdarstellerin Lopez befindet sich ebenfalls auf vertrautem Genreterrain, da sie sich bereits anno 2002 in dem Psychothriller "Genug" gegen einen gewalttätigen Psychopathen zur Wehr setzen musste.

Lehrerin Claire Peterson lebt von ihrem Mann (John Corbett ist seit seinen "Sex and the City"-Tagen kaum wieder zu erkennen) getrennt, seit sie ihn bei einem Seitensprung ertappt hat. Der 16jährige Sohn Kevin hofft darauf, dass seine Eltern sich wieder vertragen. Doch dann zieht nebenan der 19jährige Noah (Ryan Guzman tanzte durch zwei der "Step Up"-Filme) ein. Nicht nur ist er umwerfend gutaussehend, sondern auch höflich, hilfreich, belesen (zitiert Homer) und multi-talentiert (Automechaniker, Computerexperte, Kampfsportler). Unverblümt flirtet er die rund 20 Jahre ältere Claire an, die sich in einem schwachen Moment zu einem One-Night-Stand hinreißen lässt. Kaum will sie sich von ihm distanzieren, lässt Noah seine Maske fallen und entpuppt sich als obsessiver Stalker, der weder vor Erpressung noch vor Gewalt und Totschlag zurückschreckt.

Übersteigerter Psychothriller um eine verhängnisvolle Affäre

Streckenweise erinnert der Thriller an einen absurden Fiebertraum. Wenig zuträglich ist dabei, dass Guzman (27 während des Drehs) nicht wie ein 19jähriger Teenager aussieht und schauspielerisch überfordert ist. Seine Sexszene mit Lopez ist mehr steril als erotisch; immerhin sind jedoch seine doppeldeutigen Dialogperlen höchst amüsant. Letztlich nimmt sich dieser mit glatten Produktionswerten aufwartende Chick-Flick selbst nicht so ganz ernst, was für manche Zuschauer den Unterhaltungswert beträchtlich steigern wird. ara.

Kinostart: 19.03.2015