02.12.2014 08:00 mit Colin Firth und Emma Stone

Magic in the Moonlight - romantische, leichtfüßige Komödie um einen Magier

Magic in the Moonlight kino

Als chinesischer Zauberkünstler feiert der arrogant-kühle Engländer Stanley Crawford europaweit Erfolge; (c) Warner

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Von: GFDK - Warner/kino.de

In Woody Allens romantischer Komödie sorgen Colin Firth und Emma Stone im milden Licht der französischen Riviera für erotisches Funkenfeuerwerk.

Zauberei und Zauberer haben es Woody Allen angetan, ob in "New York Stories", oder in "Scoop - Der Knüller", wo er selbst den großen Splendini mimt. Magie, Wahrsagerei und Fantasyelemente finden sich in zahlreichen weiteren Filmen, u.a. "Im Bann des Jade Skorpions". Trotz ein bisschen "déjà vu" hat auch sein neues Werk seinen speziellen Reiz. Da treibt er die Lust am Abrakadabra auf die Spitze, wenn ein berühmter "chinesischer" Zauberkünstler und eine junge Hellseherin aufeinander treffen, ein abgebrühter Zyniker und eine verführerische Schwindlerin. Der arrogante Engländer Stanley Crawford, der nichts mit Spiritismus am Hut hat, hat einem Freund versprochen, die attraktive Hellseherin Sophie Baker der Scharlatanerie zu überführen. Er glaubt, es sei ein Leichtes, doch die Lady ist so gewieft, dass sich der Pragmatiker fast die Zähne ausbeißt.

Magic in the Moonlight im Kino

Nach dem Drama "Blue Jasmine" macht der Stadtneurotiker eine Kehrtwendung und verzaubert mit einer leichtfüßigen Romanze im milden Licht der französischen Riviera Ende der 1920er Jahre. Es macht ein Riesenvergnügen zuzugucken, wie Colin Firth sukzessive den seelischen Panzer öffnet, der Illusionist ohne Illusionen die Ratio über Bord wirft, und Emma Stone mit Charme und Berechnung nicht nur einem reichen Erben den Kopf verdreht, sondern auch der kühle Skeptiker auf ihre übernatürlichen Talente reinfällt. Auch das restliche Personal, darunter Eileen Atkins und Marcia Gay Harden, trumpft locker auf.

Romantische, leichtfüßige Komödie um einen Magier und ein Medium angesiedelt an der Cote d' Azur in den 1920er Jahren

Die Magie ist der Motor dieses Märchens, bei dem die Frage gestellt wird, was wünschenswerter ist - glücklich in der Illusion zu leben oder unglücklich in der Wirklichkeit? Der Appeal des bestens ausgestatteten Films, der die Atmosphäre der Zeit spiegelt, findet sich in sanfter Melancholie, leisem Humor und flirrender Postkartenschönheit wie so oft in Allens europäischen Filmen. "Magic in the Moonlight" ist sicherlich nicht sein größtes Meisterwerk, aber auch weit mehr als nur eine nette und gefällige Plaisanterie und beschwingt wie ein Glas Champagner an einem lauen Sommerabend. Die elegante Cote d'Azur gibt den passenden Rahmen für dieses Pingpong zwischen Misantroph und Mystikerin. Statt Tango tanzt man Charleston, plaudert lässig im Schatten der Platanen über Nichtigkeiten, misst sich in raffinierten Dialogen oder spinnt feine Intrigen. Eine Komödie nicht nur zum Schauen, sondern auch zum (Zu)Hören. mk.

Kinostart: 04.12.2014

Quelle: kino.de