30.01.2014 08:00 Kinostart ist am 13.02.

"MADAME EMPFIEHLT SICH" - Catherine Deneuve kehrt zurück auf die Leinwand

Kino Madame empfiehlt sich

Mitten in der Arbeit in ihrer Restaurantküche verlässt Bettie den Ort des Geschehens, steigt ins Auto und möchte „mal eben Zigaretten holen gehen“. © Wild Bunch Germany

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Von: Wild Bunch Germany

Bon anniversaire, Catherine Deneuve! Zu ihrem 70. Geburtstag kommt mit MADAME EMPFIEHLT SICH eine filmische Hommage an die französische Schauspiel-Ikone ins Kino. In Emmanuelle Bercots Portrait einer Frau im sogenannten „besten Alter“ spielt die Deneuve erneut alle Facetten aus, für die sie seit über 50 Jahren berühmt ist. Gleichzeitig sensibel und unnahbar verkörpert sie die Restaurantchefin Bettie, die sich nach dem Motto „Besser spät als nie!“ aus der emotionalen Abhängigkeit von Familie und Geliebtem befreit: Eine Reise mitten in eine geheimnisvolle Seele. MADAME EMPFIEHLT SICH lief im Wettbewerb der Berlinale 2013.

Eigentlich lebt Bettie, Anfang 60, ein Leben, das dem Rhythmus ihres bretonischen Provinzdorfes voll entspricht: gediegen, unspektakulär, berechenbar und in dem Bewusstsein, sich irgendwann – aus welchen Gründen auch immer – dafür entschieden zu haben. Oder etwa nicht? Waren es doch eher Reaktionen auf äußere Erwartungen und nicht
genug Mut im richtigen Moment?

Ihre Unzufriedenheit mit dem Beruf als Restaurantchefin, ihren finanziellen Schwierigkeiten, ihrer dominanten Mutter, ihrem Status als Geliebte eines untreuen Mannes und den generellen Bahnen, die ihre Existenz eingeschlagen hat, wird Bettie erst bewusst, als sie eine spontane Entscheidung trifft: Mitten in der Arbeit in ihrer Restaurantküche verlässt sie den Ort des Geschehens, steigt ins Auto und möchte „mal eben Zigaretten holen gehen“.

Dieser Vorsatz erweist sich angesichts der mangelnden Einkaufsmöglichkeiten als ziemlich ambitioniert und erweitert sich bald zum Abenteuer ihres Lebens. Ohne Ziel oder Gepäck und mit voller Konzentration auf den Moment begegnet Bettie einem alten Mann, mit dem sie sich eine Zigarette teilt und der ihr ein Schicksal wie aus einer
anderen Welt erzählt. Später feiert sie in der abgehalfterten Dorfdisco mit lebenslustigen Damen und einem noch amüsierfreudigeren jungen Mann, neben dem sie am nächsten Morgen aufwacht.

Die nächste Person, der sie näher kommt, ist ihr Enkel: Ebenso spontan, wie sich auf ihrer Reise alles ergibt, springt Bettie als Babysitterin für Charly ein, zu dessen liebevoller, aber überforderter Mutter sie schon lange keinen guten Kontakt hat. Auf der Fahrt zu seinem Großvater Alain, bei dem er eigentlich bleiben soll, strandet sie mit
ihm in einem romantischen Seehotel, in dessen Nähe auch noch Schatten aus ihrer Vergangenheit warten: Ein Treffen französischer Schönheitsköniginnen aus dem Jahr 1969 wird zur absurden Veranstaltung, auf der Catherine einen Schwächeanfall erleidet.

Da sie nun nicht mehr fahrtüchtig ist, muss sie sich und Charly von Alain abholen lassen, auf was dieser nicht gerade charmant reagiert. Weil es Charly sehr wichtig ist, begleitet sie die beiden und kommt im Haus von Alain unter, wo sie auch wieder auf ihre Tochter trifft. Dort, in Anwesenheit ihrer Familie, nimmt ihre Reise in einer langen Reihe von positiven Zufällen nun die optimistischste Wendung: Zwischen Alain und Bettie, beide über 60, entstehen zarte
Bande. Das Leben geht weiter...

Pressestimmen

„Catherine Deneuves dunkle Augen lächeln königlich über den fahrigen Zauber, den die französische Regisseurin Emmanuelle Bercot der Kino-Ikone in ihrem 70. Lebensjahr auf den Leib geschrieben hat."
(Tagesspiegel)

„Die Kamera umarmt Catherine Deneuve, folgt ihr, kreist um sie. Emmanuelle Bercot hat der Diva, die hier keine ist, sondern eine, die höchstens nach den Resten ihrer Divenhaftigkeit sucht, die Rolle umgelegt wie eine Stola."
(Welt)

„Ein lakonisch-witziger Film. Herrlich, wie die Deneuve gegen ihr Diven-Image anspielt."
(BZ)

„Eine zarte, großzügige Leistung des Stars Catherine Deneuve"
(Variety)

„Mit jedem Kilometer, den diese Figur zurücklegt, vergisst man, dass Catherine Deneuve eine internationale Filmikone ist. Sie ist hier einfach nur Bettie, eine Frau, die sich mehr wünscht als nur eine ausgedehnte Zigarettenpause."
(Berlinale-Katalog)