24.05.2012 07:55 Konfrontation mit der Tradition Tibets

Kinostart 31.5.2012: Wie zwischen Himmel und Erde - Abenteuerdrama um eine junge Himalaja-Touristin

Fotos: Prokino (Fox) + trailer

Von: kino.de - 5 Bilder

Eine junge deutsche Bergsteigerin wandelt sich in Tibet zur Aktivistin. Sie trifft auf Mönche, die den legitimen Nachfolger des Dalai Lamas außer Land schaffen wollen, auf eine mutige Fluchthelferin, die Kinder illegal über die Grenze bringt und einen geheimnisvollen Abenteurer, Schmuggler und Freiheitskämpfer. Während einer gefährlichen Reise in Schnee und Eis und in Extremsituationen lernt sie inmitten einer menschlichen und politischen Tragödie, sich stark zu machen für die Schwachen.

Eine junge deutsche Bergsteigerin erlebt durch die Konfrontation mit der Tradition Tibets und der schwierigen Gegenwart eine innere Wandlung und wird zur Aktivistin.

Auch nach drei Dokumentarfilmen und drei Büchern ist Maria Blumencrons Tibet-Faszination noch nicht erloschen. Mit dem Spielfilm "Wie zwischen Himmel und Erde" wagt sie, eine neue erzählerische Form für ihre eigenen Erlebnisse und ihre Figur zu entwerfen und konzentriert sich stärker auf die emotionale Ebene. In der Verarbeitung ihrer eigenen Biografie ist die junge Medizinstudentin Johanna ihr Alter Ego. Die will in Tibet einen Achttausender bezwingen und wird hineingezogen in die magische Geschichte dieses Landes und die Gegenwart unter der Knute der Chinesen. Am Anfang stand Abenteuerlust, am Ende stehen Mitgefühl und persönliches Engagement. Fast spielerisch führt der Film zum Thema.

Auf dem Dach eines Klosters lassen zwei Jungs fröhlich Drachen steigen, bis einer der beiden von einem Schuss gestreift wird. Eine Verwechslung. Nicht der im Kloster lebende Halbwaise war das Ziel des Anschlags, sondern sein Freund der "Golden Boy", der als der legitime Nachfolger des Dalai Lamas gilt und zum Oberhaupt Tibets bestimmt ist. Die Mönche entscheiden sich, ihn nach Indien zu schaffen. In diese Gemengelage trifft Johanna, die in dem Kloster übernachtet und den verletzten Jungen mit nach Lhasa nimmt, wo das Flugzeug Richtung Heimat auf sie wartet. Und eine geheimnisvolle Hotelwirtin, die sich als Fluchthelferin entpuppt, die Kinder illegal über die Grenze bringt. An ihrer Seite ein nicht ganz durchschaubarer Abenteurer, Schmuggler und Kämpfer für ein freies und modernes Tibet. Auf einer gefährlichen Reise in Schnee und Eis und in Extremsituationen lernt die junge Deutsche inmitten einer menschlichen und politischen Tragödie, Position zu beziehen und sich stark zu machen für die Schwachen.

Auch wenn sich die Handlung auf einigen Nebenschauplätzen verzettelt, beeindruckt der Film als Ganzes in seiner Emotionalität und Rigorosität. Hannah Herzsprung als idealisierte Version der Filmemacherin, die sich zur Aktivistin wandelt, meistert die schwierige Rolle souverän, Kameramann Schmidt-Reitwein liefert beeindruckende Bilder aus Ladakh/Indien mit seinen Klöstern und aus der verschneiten Schweizer Bergwelt, denn gedreht werden konnten die Szenen der Flucht nicht in Tibet, da reichte es aufgrund der angespannten politischen Situation gerade mal für einige Undercover-Aufnahmen in der Hauptstadt. mk. Quelle: www.kino.de

 

Deutschland/Schweiz 2012
Laufzeit: 90 Min.

Hannah Herzsprung
David L. McInnis
Sangay Jäger

Regie: Maria Blumencron
Verleih: Prokino (Fox)