19.09.2013 08:00 Generationen von Frauen

Kinostart 26.9.2013: "Der Geschmack von Apfelkernen" - Vivian Naefes Verfilmung von Katharina Hagenas gleichnamigen Roman

Der Geschmack von Apfelkernen

Kameramann Martin Langers poetische Bildsprache unterstreicht die Dichte dieser Spurensuche, bei der man in manchen Momenten fast hofft, selbst teil dieses Frauenclans zu sein. Bild 1-3 (c) Concorde

Familiendrama von Vivian NaefeDrei Generationen von Frauen
Von: Kino.de

Die 28jährige Iris weiß nicht, ob sie das Erbe ihrer Großmutter, das Haus der Familie, annehmen soll. Um sich Klarheit zu verschaffen, bleibt sie zunächst eine Woche, streift durch die mit Erinnerungen vollgestopften Zimmer und den verwunschenen Garten, wird mit der manchmal schmerzvollen Vergangenheit und verdrängten Traumata konfrontiert, durchlebt Stationen ihrer Kindheit und trifft einen alten Freund wieder. Am Ende ist sie bereit für einen Neuanfang.

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Es passiert Seltsames in dieser verzwickten Familiengeschichte über drei Generationen und Jahrzehnte hinweg: rote Johannisbeeren werden über Nacht weiß, ein Apfelbaum blüht zweimal in einem Jahr, aus Fingerspitzen sprühen Funken wie Sternschnuppen. Bereits der Roman begeisterte die Leser mit seinen magischen und tragischen Wendungen. Die aus weiblichen Blickwinkel erzählte Familiensaga, die nach Erscheinen 2008 monatelang auf den Bestsellerlisten stand und in über 22 Länder verkauft wurde, sollte fünf Jahre später auch ein junges wie älteres Kinopublikum ansprechen.

Schon der erste Blick auf Haus und Garten lässt ahnen, dass es gilt, etwas Verborgenes zu entdecken, Verdrängtes zu klären und Vergessenes wieder ins Gedächtnis zurückzurufen. Der Bogen erstreckt sich von den 1920er Jahren bis in die Gegenwart mit in sich verzahnten Zeitebenen, ein fein austariertes Spiel von Leid und Liebe, Leben und Tod, Sehnsucht und Sinnlichkeit.

Nach dem Tod der Großmutter Bertha eröffnet der Notar der 28jährigen Iris, dass sie das Haus der Familie in Norddeutschland auf dem platten Land erbt. Die Enkelin weiß nicht, ob sie das Erbe annehmen soll. Sie braucht Zeit für die Entscheidung und bleibt erst einmal eine Woche, streift durch die mit Erinnerungen vollgestopften Zimmer und den verwunschenen Garten, wird mit der manchmal schmerzvollen Vergangenheit und quälenden Traumata konfrontiert, durchlebt die Stationen ihrer Kindheit und trifft einen alten Bekannten wieder, den Bruder einer Freundin, den sie nur "Niete" nannten. Der heutige Anwalt verwaltet das großmütterliche Erbe und bald verbindet die beiden mehr als nur die Reminiszenz an eine ferne Zeit. Am Ende ist die junge Bibliothekarin bereit für einen Neuanfang ohne wenn und aber.

Vivian Naefe (inszenierte für Produzentin Uschi Reich schon "Die Wilden Hühner"-Trilogie) verwebt das Gestern und Heute in einem moderaten Erzählmodus zu einem einheitlichen Ganzen, das sich sukzessive wie ein Mosaik zusammensetzt und Einblick gibt in die Befindlichkeiten und Geheimnisse der Protagonistinnen - der ihrem Mann nicht immer treuen Großmutter, den drei Töchtern mit ihren unterschiedlichen Biografien, der sich am Tod der Cousine schuldig fühlenden Iris. Die prominent besetzte Chronik mit Hannah Herzsprung in der Hauptrolle überzeugt durch filigrane Narration und starke und gleichzeitig zurückgenommene Emotionen. Kameramann Martin Langers poetische Bildsprache unterstreicht die atmosphärische Dichte dieser Spurensuche, bei der man in manchen Momenten fast glaubt, die Äpfel riechen und schmecken zu können. mk. Quelle: kino.de

Regie: Vivian Naefe

Cast: Marie Bäumer, Florian Stetter, Hannah Herzsprung

Laufzeit: 121 min.

Weitere Links:

Offizielle Homepage:

http://www.geschmackvonapfelkernen-derfilm.de/

Das Buch:

http://www.kiwi-verlag.de/das-programm/einzeltitel/?isbn=978-3-462-03970-2

Die Zeit zum Buch:

http://www.zeit.de/2008/17/L-Hagena

 

Der Film kommt am 26.9.2013 in die Kinos. Im Verleih von Concorde.