26.10.2012 08:00 Die Geschichte zweier gegensätzlicher Welterforscher

Kinostart 25.10.2012: Die Vermessung der Welt - Verfilmung von Daniel Kehlmanns Bestseller kommt in die Kinos

Daniel Kehlmanns Roman "Die Vermessung der Welt" im Kino

Bild 1, 2, 3, 4 und 5 (c) Warner Bros

Von: GFDK - Kino.de - 5 Bilder

Anfang des 19. Jahrhunderts erforscht Offizierssohn Alexander von Humboldt Südamerika. Zur gleichen Zeit erobert Carl Friedrich Gauß, Sohn eines Arbeiters, mit der Welt der Zahlen ganz andere Räume. Beide Männer, der Naturforscher und der Mathematiker, werden zu Berühmtheiten ihrer Zeit. Nur zweimal begegnen sich diese Koryphäen, die trotz unterschiedlicher Naturelle und Biografien in ihrer Entdeckungslust, ihrer Weltfremdheit und Überheblichkeit, aber auch in ihrer erlebten Einsamkeit Gemeinsamkeiten haben.

Dass einer der unberechenbarsten deutschen Filmemacher, der zuletzt mit Kinderfilm, Liebesdrama und Verwechslungskomödie sein Spektrum erweiterte, jetzt mit einem Film über den berechenbaren Raum sein größtes Wagnis eingeht, sorgt für ein Lächeln. Dass dieses dann den Zuschauer für zwei Stunden begleitet, ist eine nicht nur hierzulande seltene Qualität, die in Koalition mit visueller Verführungskraft "Die Vermessung der Welt" zur sehenswerten Entdeckungsreise macht. Und genau darum geht es bei diesem ungewöhnlichen Projekt, das Historienfilm, Komödie, Abenteuer und Bildungsmission über die parallel erzählten Biografien zweier berühmter Männer verschweißt.

Für jeden, den die statistische Glockenkurve in Schul- und Studienzeit zum mentalen Absturz brachte, eröffnet der Film mit einem Trost, wenn der junge Carl Friedrich Gauß, auf den sie zurückgeht, Ende des 18.Jahrhunderts die Rute seines Lehrers zu spüren bekommt. Der Schaden bleibt ja auch begrenzt, wird doch dieser Lehrer Gauß' erster Förderer auf dem Weg zum bekanntesten Mathematiker seiner Zeit werden. Im Unterschied zu Gauß (Florian David Fitz) stammt Alexander von Humboldt (Albrecht Schuch) nicht aus der Welt der Armut, sondern des Wohlstands, besitzt auch nicht den brillanten Verstand des von ihm bewunderten Mathematikers, wohl aber dessen Neugier, die Welt verstehen zu wollen. Humboldt reist dafür um den Globus, studiert Menschen, Fauna und Flora, während der Forschungsraum von Gauß, der das Königreich Hannover vermessen soll, vor allem sein Kopf bleibt. Der Film begleitet beide Männer von der Kindheit bis ins höhere Alter, wechselt zwischen Südamerika und deutscher Heimat hin und her, bis sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten, darunter Einsamkeit und Weltfremdheit, erschließen.

Buck, der mit Kehlmann und Daniel Nocke auch das Drehbuch schrieb, bleibt zurückgenommener Beobachter, selbst im bissigen, visuell aufgelösten Kommentar zum jesuitischen Missionarstum, bei dem Vorder- und Hintergrund des Bildes die Heuchelei enttarnen. Leise Komik regiert, entwickelt sich aus den zwei Zentralexoten, aber auch durch witzige Nebenfiguren (herausragend: Michael Maertens als leicht debiler Landesfürst). Trotz eines limitierten Budgets leistet "Die Vermessung der Welt" auch ausstatterisch Erstaunliches, erforscht mit plastischem 3D den Raum von Zimmern, Regenwäldern, ja sogar Körpern. Dieser optisch eindrucksvolle Film, der für einen Schauplatzwechsel die Welt schon einmal auf den Kopf stellt, ist nicht nur eine Liebeserklärung an den Entdeckergeist, sondern auch ans Kino. kob. Quelle: kino.de

 

Regie: Detlev Buck

Cast: Florian David Fitz, Albrecht Schuch, Jérémy Kapone

Laufzeit: 123 min.

FSK: ab 12 Jahre

 

Weitere Links:

Offizielle Homepage:

http://wwws.warnerbros.de/dievermessungderwelt/

Deutschlandradio:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/filme/1901954/

Focus:

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/filmstarts/filmkritik-die-vermessung-der-welt-ein-frauenhintern-macht-noch-keine-erotik_aid_846537.html

Die Zeit:

http://www.zeit.de/2012/44/Film-Die-Vermesssung-der-Welt

 

Der Film läuft seit dem 25.10.2012 in den Kinos. Im Verleih von Warner Bros.