17.06.2013 08:00 Profitgier eines Energiekonzerns

Kinostart 20.6.2013: "Promised Land" - Matt Damon und John Krasinski in einem beängstigend realistischen Sozialdrama von Gus Van Sant

Promised Land

Gus Van Sant entwirft ein melancholisch angehauchtes Portrait von Land und Leuten, das stimmig von Danny Elfmans Orchesterscore und Folksongs der Milk Carton Kids unterstrichen wird. Bild 1-5 (c) Universal

Ein Volk wehrt sich gegen FrackingRegie Gus Van SantMit Matt DamonKinostart 20.6.2013
Von: GFDK - Kino.de - 5 Bilder

Erdgas-Unternehmensvertreter Steve Butler und seine Kollegin Sue sind in Pennsylvania unterwegs, um für den Energiekonzern Global von örtlichen Landbesitzern die Bohrrechte aufzukaufen. In dem kleinen Ort McKinley stoßen sie auf Gegenwehr. Unterstützt von einem Umweltschützer warnt der ehemalige Ingenieur Frank Yates die Bewohner vor den Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit. Alsbald wachsen bei Steve, der selbst auf einer Farm aufgewachsen ist, die Bedenken hinsichtlich der gewissenlosen Philosophie seiner Firma.

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Bourne"-Darsteller Damon ist als aktiver Umweltschützer bekannt, so dass ihm das Anprangern des sogenannten Fracking (hydraulische Erdgasbohrungen, die Grundwasser verseuchen) persönlich nahe liegt. Die Oscar-nominierte Doku "Gasland" (2010) beschäftigte sich bereits detailliert damit. Für die Spielfilm-Aufbereitung des Stoffes tat sich Damon - der ursprünglich selbst inszenieren wollte - nunmehr zum dritten Mal mit Regisseur Gus Van Sant (nach "Good Will Hunting" und "Gerry") zusammen. Darüberhinaus schrieb Damon zusammen mit Schauspieler John Krasinski (aus der TV-Serie "The Office") das auf einer Story von Dave Eggers basierende Drehbuch. Ihre jeweiligen Rollen als Erdgas-Unternehmensvertreter und Umweltschützer sind als Rivalen angelegt, die grundverschiedene Auffassungen vertreten. Vordergründig dreht es sich um Umweltschutz, doch letztlich geht es auch um den Verlust ländlicher Lebensweise. Denn beim gelobten Land des Titels handelt es sich um das Herzland Amerikas, dessen Landwirte eine rapide schwindende Bevölkerungsgruppe sind.

Steve Butler und seine Kollegin Sue ("Fargo"-Frau Frances McDormand gewohnt trockenhumorig) sind in Pennsylvania unterwegs, um für den Energiekonzern Global von örtlichen Landbesitzern die Bohrrechte aufzukaufen. Normalerweise sind ihre Geschäfte ruck zuck abgeschlossen, doch in dem kleinen Ort McKinley stellt sich ihnen Opposition entgegen. Der ehemalige Ingenieur Frank Yates (Hal Holbrook) warnt die Bewohner vor den negativen Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit und schlägt eine Abstimmung vor. Zusätzliche Unterstützung erhält Yates, als Umweltschützer Dustin aufkreuzt und mit Graswurzelaktionen die Einwohner gegen Global aufbringt. Steve kontert mit guter PR und lernt dabei die Dorfbewohner näher kennen, etwa die attraktive Lehrerin Alice (Rosemary DeWitt). Sie ist mit ein Grund, weshalb Steve, der selbst auf einer Farm aufgewachsen ist, in einen Gewissenskonflikt hinsichtlich der rücksichtslosen Philosophie seiner Firma gerät.

Van Sant ("Milk") inszeniert die bewegende Moralfabel mit atmosphärisch schönen Landschaftsaufnahmen (inklusive Zeitraffer- und Luftbild-Aufnahmen) in bedächtigem Tempo. Er entwirft ein melancholisch angehauchtes Porträt von Land und Leuten, das stimmig von Danny Elfmans Orchesterscore und Folksongs der Milk Carton Kids unterstrichen wird. Die Darstellerleistungen sind durchgehend gut, dennoch sticht Damon als bürokratischer Company Man, der eine tiefgehende Wandlung durchmacht, hervor. Mit dem emotionalen Effekt ähnlich gelagerter Dramen wie "Erin Brockovich" oder "Michael Clayton" kann "Promised Land" allerdings nicht ganz mithalten. Dafür werden die Fronten nicht klar genug abgesteckt. Trotz Kritik von US-Konservativen, die mitfinanzierende Produktionsfirma Image Nation Abu Dhabi habe ein Interesse daran, Öl-unabhängige Energieformen zu diskreditieren, handelt es sich um einen interessanten und unbedingt sehenswerten Beitrag zum Thema. ara. Quelle: kino.de

Regie: Gus Van Sant

Cast: Frances McDormand, Matt Damon, John Krasinski

Laufzeit: 107 min.

FSK: 6

 

Pressestimmen und weitere Links:

Spiegel:

http://www.spiegel.de/kultur/kino/berlinale-film-promised-land-fracking-drama-mit-matt-damon-a-882346.html

BBC:

http://www.bbc.co.uk/news/entertainment-arts-22166704

Aktion zur Filmproblematik:

http://www.realpromisedland.org/

 

Der Film kommt am 20.6.2013 in die Kinos. Im Verleih von Universal.