18.09.2013 08:00 Im Rennen um den Oscar

Kinostart 19.9.2013: "Zwei Leben" - Drama von Georg Maas um eine Frau, die von ihrer dunklen Vergangenheit eingeholt wird

Zwei Leben vertritt Deutschland bei den Oscars

Zwei Leben wird als deutscher Beitrag ins Rennen um den 86. Academy Award gehen. Bild 1-4 (c) Farbfilm

Zwei Leben von Georg MaasZwei Leben mit Liv Ullmann, Juliane Köhler, Sven NordinZwei Leben bearbeitet Deutschlands Vergangenheit
Von: Kino.de - 4 Bilder

Katrine, Tochter einer Norwegerin und eines deutschen Soldaten, wuchs in einem Nazi-Kinderheim auf und dann in der DDR, floh zu ihrer leiblichen Mutter und fand im hohen Norden Glück in Ehe und Familie.

Filme im Kino

Als ein junger deutscher Anwalt Betroffene sucht, um Klage auf Wiedergutmachung vor Gericht einzureichen, soll sie als Zeugin aussagen. Sie versucht, mit Lügen ihre Stasi-Vergangenheit zu vertuschen und ihre gestohlene Identität zu schützen, verstrickt sich in ein Netz von Widersprüchen und steht am Ende vor den Scherben ihrer falschen Existenz.

Ein fast vergessenes Kapitel greift Georg Maas in seinem zweiten Kinospielfilm auf, das Schicksal von Kindern deutscher Soldaten und norwegischen Frauen während der deutschen Besatzung Norwegens von 1940 bis 1945. Von den Nazis wurden Hunderte dieser Kinder nach Deutschland verschleppt und größtenteils in Kinderheimen des "Lebensborn"-Vereins der SS untergebracht auf dem Gebiet der späteren DDR. Vielen wurde ihre Biografie geraubt, um sie als Stasi-Agenten im Westen einzusetzen.

Vor diesem Hintergrund spielt das Drama "Zwei Leben". Eine der Verschleppten ist Katrine, die mit ihrer Familie in einem beschaulichen norwegischen Küstendorf lebt. Als nach dem Fall der Mauer ein junger deutscher Anwalt Betroffene sucht, um eine Klage auf Wiedergutmachung bei Gericht einzureichen, soll sie als Zeugin aussagen. Das Glück der Frau gerät in Gefahr, sie versucht mit Lügen die Stasi-Vergangenheit zu vertuschen und ihre gestohlene Identität zu schützen. Immer mehr verstrickt sie sich in ein Netz von Widersprüchen und steht am Ende vor den Scherben ihrer falschen Existenz.

Juliane Köhler verkörpert den komplexen Charakter der Frau mit den zwei Gesichtern, die als Spionin kam und die große Liebe fand, zwischen Schuld und Unschuld, Gut und Böse. An ihrer Seite Liv Ullmann in der Rolle der norwegischen "Mutter". Zwei schauspielerische Schwergewichte, denen man stundenlang zuschauen möchte. Auch wenn der Rückblick auf den Kalten Krieg und die Spionageaktivitäten anfänglich irritieren, folgt man gespannt der Handlung mit immer neuen Wendungen, bis sich ein erschreckendes Gesamtbild ergibt. Sehr frei nach dem Roman "Eiszeiten" von Hannelore Hippe - es wird quasi dieselbe Geschichte erzählt nur mit anderen Figuren und aus einer anderen Perspektive - gelingt Maas basierend auf weitreichenden Recherchen ein sehr authentisches und psychologisch fein gesponnenes Familiendrama, in dem unter der hellen Sonne Norwegens und in Kontrast zur friedlichen Landschaft dunkle menschliche Abgründe aufbrechen. Die Betrachtung eines beschädigten Menschen beim Nachspüren seiner tiefen Einsamkeit und die diesen Film grundierende Trauer schmerzen. mk. Quelle: kino.de

Regie: Georg Maas

Cast: Liv Ullmann, Juliane Köhler, Sven Nordin

Laufzeit: 99 min.

FSK: 12

Pressestimmen:

Spiegel:

http://www.spiegel.de/kultur/kino/stasi-drama-zwei-leben-nominiert-als-deutscher-oscar-anwaerter-a-918984.html

Stern:

http://www.stern.de/kultur/film/niederlage-fuer-oh-boy-zwei-leben-kaempft-um-den-oscar-2053988.html

Welt:

http://www.welt.de/kultur/article119452491/Erneut-ist-ein-DDR-Film-deutscher-Oscar-Kandidat.html

 

Der Film kommt am 18.9.2013 ins Kino. Im Verleih von Farbfilm.