14.07.2013 08:00 Àlex Brendemühl, Emilia Schüle, Mark Filatov

Kinostart 18.7.2013: "Nemez" - Coming-of-Age-Drama von Stanislav Güntner um einen jungen Russlanddeutschen in Berlin

Nemez

Nemez will in der Fremde bleiben, hofft auf gesellschaftliche Akzeptanz in der neuen Heimat. Die Liebe zu einer deutschen Kunststudentin aus gutem Hause scheint eine Wende einzuleiten. Bild 1-3 (c) Alpha Medienkontor

Coming of Age DramaKinostart 18.7.2013
Von: GFDK - Kino.de - 3 Bilder

Dima, ein junger Russlanddeutscher, kommt aus dem Jugendknast und möchte in Berlin ein neues Leben anfangen. Sein Vater will mit der Familie wieder zurück in die alte Heimat, er möchte in der Fremde bleiben, hofft auf gesellschaftliche Akzeptanz in der neuen Heimat. Die Liebe zu einer deutschen Kunststudentin aus gutem Hause scheint eine Wende einzuleiten. Doch sein früherer Brötchengeber, ein perfider Kunstdieb, will nicht auf seine Dienste verzichten. Nemez setzt alles aufs Spiel, um die Vergangenheit abzuschütteln und neu anzufangen

"Nemez" ist das russische Wort für "Deutscher" und der Spitzname von Dima, einem jungen Russlanddeutschen, der für einen durchtriebenen Kunstdieb arbeitet. Das ist zwar nicht das, was er sich erträumt hat, aber vielleicht eine Möglichkeit, der Isolation und Ausgrenzung zu entkommen, etwas Geld zu verdienen. Sein Vater fühlt sich unglücklich in Deutschland und will mit der Familie wieder zurück in die alte Heimat. Nemez möchte in der Fremde bleiben, hofft auf gesellschaftliche Akzeptanz in der neuen Heimat. Die scheint erst einmal weit weg nach der Entlassung aus dem Jugendknast. Als sich Dima in die Kunststudentin Nadja aus gutem Hause verliebt, könnte er raus aus dem Sumpf von Kriminalität. Doch sein früherer dubioser Brötchengeber zwingt ihn weiterhin zu Diensten, pocht auf seine Loyalität und zieht ihn gar in einen Mordfall. Der junge Russlanddeutsche muss einen Schlussstrich ziehen. Wenn ihm das nicht gelingt, wird er seine Liebe für immer verlieren. Regisseur und Drehbuchautor Stanislav Güntner, in Russland geboren und als Zwölfjähriger mit seiner Familie nach Dresden übergesiedelt, bringt persönliche Erfahrungen ein, was eine Distanz schwierig macht, aber dafür Authentizität spüren lässt. Stärke entwickelt der Film, wenn er die Konfrontation aufgreift zwischen Migrant und Arroganz der Arrivierten, sei es der von Nadjas Vater, der keinen "hergelaufenen" Ausländer als Partner der Tochter duldet oder des eifersüchtigen Exfreund, der dem Konkurrenten seine Verachtung nach dem Motto "ich da oben, du da unten" zeigt. Manchmal kippt "Nemez , der etwas unentschieden zwischen Liebesgeschichte, Identitätssuche und Krimi pendelt, dabei in Klischees und weniger Einsatz von Metaphern hätten nicht geschadet, aber dann überzeugt das Drama wieder durch schlagfertige Dialoge, wenn der "Loser" den "Gewinnern" treffsicher ein paar Wahrheiten um die Ohren haut. Güntner ist noch kein Fatih Akin oder Thomas Arslan, aber auf dem besten Weg. mk. Quelle: kino.de

Regie: Stanislav Güntner

Cast: Àlex Brendemühl, Emilia Schüle, Mark Filatov

Laufzeit: 97

FSK: 12

 

Der Film kommt am 18.7.2013 in die Kinos. Im Verleih von Alpha Medienkontor.