13.07.2013 08:00 Regie: Zal Batmanglij

Kinostart 18.07.2013: "The East" - Brit Marling in einem Independentdrama um die Infiltrierung einer Aktivistengruppe

The East

Mit den guten Absichten der Protagonisten solidarisiert sich der Film, geht aber bei den Methoden auf Distanz. Bild 1-4 (c) Fox

Regie Zal BatmanglijAlexander Skarsgård, Ellen Page, Brit MarlingKinostart 18.7.2013
Von: GFDK - Kino.de - 4 Bilder

Sarah ist smart, will in einer großen Sicherheitsfirma Karriere machen. Die Eintrittskarte dazu könnte ihr neuer Auftrag, die Infiltrierung der geheimnisvollen Aktivistengruppe "The East" sein. Tatsächlich kann Sarah die Zelle aufspüren und Vertrauen zu den wenigen, aber engagierten Mitgliedern aufbauen, die mit unkonventionellen Aktionen Konzerne, die Schäden an Natur und Menschen skrupellos in Kauf nehmen, zur Rechenschaft ziehen. Je näher sie aber den Aktivisten kommt, desto distanzierter sieht sie ihr eigenes Leben.

Wie ein kleiner, gut entwickelter Ableger von Robert Redfords "The Company You Keep" wirkt der zweite Kinofilm von Zal Batmanglij. Zudem weist er Parallelen zu "Sound of My Voice" auf, dem Regiedebüt des Autor-Regisseurs, in das Marling als Autorin und Darstellerin einer von Dokumentarfilmern verdeckt durchleuchteten Sektenführerin ebenfalls involviert war. In "The East" wechselt die 30-Jährige die Seiten, infiltriert nun selbst eine Gruppe, die einem alternativen Lebensmodell folgt und dabei Konzerne, die zur Gewinnmaximierung Schäden an Natur und Menschen skrupellos in Kauf nehmen, zur Rechenschaft zieht.

"The East" ist die Geschichte einer Verführung durch Menschen und Ideen - wie auch der Name einer kleinen Zelle von Aktivisten, die mit ihren Aktionen bereits zum Mythos geworden und ins Visier einer großen Sicherheitsfirma geraten sind. Als deren neue Geheimwaffe soll Sarah (Marling) Kontakt zu der Gruppe herstellen, deren Mitglieder und Operationszentrum unbekannt sind. Aus dieser Prämisse entwickelt sich ein Drama, das gelegentlich die Nähe zum Thriller sucht, sich aber vor allem auf seine Figuren fokussiert. Trotzdem bleibt Spannung durch die Gefahr der Enttarnung wie auch durch die Überschreitung von moralischen Grenzen gewahrt.

Marling und Batmanglij haben das Milieu der Aussteiger und Alternativen selbst studiert, dabei positive Erfahrungen gemacht, womit "The East" fast zwangsläufig von einer Dosis Hippie-Öko-Romantik beseelt ist. Mit den guten Absichten der Protagonisten solidarisiert sich der Film, geht aber bei den Methoden auf Distanz, die zu größerer Radikalisierung führen könnten. Auch wenn der anfangs smarte Film mit zunehmender Laufzeit und durch eine Lovestory konventioneller und auch unglaubwürdiger wirkt, macht er doch überzeugend deutlich, dass menschliche Nähe und Akzeptanz verführerischer als jede Idee sein können. Dabei ist dieses Low-Budget-Projekt, zu dessen Produzenten auch Ridley Scott zählt, nie verkopft, sondern manipuliert erfolgreich die Gefühle des Zuschauers, der sich vielleicht selbst eine politisch aktivere Attitüde, ganz sicher aber mehr Filme wie "The East" wünscht. kob. Quelle: kino.de

Regie: Zal Batmanglij

Cast: Alexander Skarsgård, Ellen Page, Brit Marling

Laufzeit: 117 min.

FSK: 12

 

Pressestimmen und weitere Links:

Offizielle Homepage:

http://www.theeastmovie.com/

Gamona:

http://www.gamona.de/kino-dvd/the-east,filmkritik-pc:article,2296458.html

Independent:

http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/films/reviews/film-review-the-east-15-8677443.html

 

Der Film kommt am 18.7.2013 in die Kinos. Im Verleih von Fox.