12.10.2015 07:24 Tragikomödie

Kino-Tipp: Ich und Kaminski - ironisch-böser Blick hinter die Kulissen der Kunstwelt

Daniel Bruehl brilliert in Daniel Kehlmanns Bestseller

Bestseller im Kino: Ich und Kaminski - nach Daniel Kehlmanns Buch. Ein eitler Journalist will mit der Arbeit über den greisen Künstler Kaminski berühmt werden. © X Verleih (Warner)

Daniel Bruehl - Ich und KaminskiKinofilm Ich und Kaminski mit Joerdis TriebelDaniel Bruehl im Kuenstleratelier
Von: GFDK - kino.de

Daniel Kehlmanns Romane verkaufen sich nicht nur wie geschnitten Brot, sie werden auch gerne verfilmt. Nach Detlev Bucks “Die Vermessung der Welt” und Isabel Kleefelds “Ruhm” ist Wolfgang Beckers “Ich und Kaminski” die dritte Kehlmann-Adaption, die ihren Weg auf die Leinwand findet. Und hoffentlich auch zum Zuschauer, der sich beim Roadmovie durch halb Europa amüsieren sollte.

Die Geschichte vom Kunstjournalisten Sebastian Zöllner, der glaubt, mit einem Enthüllungsbuch über den einst berühmten, inzwischen fast vergessenen Maler Manuel Kaminski, einen Hit zu landen, der ihn von allen finanziellen Sorgen befreit, ist tricky und mit überraschenden Wendungen gespickt. Der ehrgeizige Schreiberling macht keine gute Figur in seiner Selbstüberschätzung und Arroganz, dass man ihm von Anfang an einen Reinfall gönnt.

Satire über die Kunstszene

Wie in der manchmal zwischen komischen und dramatischen Elementen wechselnden Satire die schillernde Kunstwelt und das krude Kunstgeschäft durch den Kakao gezogen werden, entpuppt sich als intelligentes Kino mit kleinen Widerhaken. Und ob der blinde Maler wirklich blind ist, spielt keine Rolle, ein paar Logik-Kröten in der Plotkonstruktion schluckt man gerne. Daniel Brühl und Jesper Christensen sind trotz Altersunterschied zwei Seiten derselben Medaille. Für Kehlmann-Leser ein Muss. Quelle: kino.de/mk.

Daniel Brühl in der Hauptrolle

Sebastian Zöllner (Daniel Brühl) hat sein Kunststudium erfolgreich absolviert, muss seitdem jedoch vergeblich auf seinen Durchbruch warten. Dann hat er jedoch eine Idee, die ihm endgültig die erhoffte Aufmerksamkeit bringen könnte. Er will eine Biografie über den Maler Manuel Kaminski (Jesper Christensen) schreiben, der vor vielen Jahren zumindest für eine Zeit lang in aller Munde war. Kaminski wurde von den Größen Picasso und Matisse gefördert und letztlich durch eine Pop-Art-Ausstellung berühmt. Für seine Bekanntheit nicht unerheblich dürfte gewesen sein, dass Kaminski blind ist und seine Bilder auch immer mit dem Satz „Painted by a blind man“ unterschrieben hat.

Zwar hat sich Kaminski inzwischen von der Öffentlichkeit zurückgezogen, aber sein Tod dürfte dennoch einige Schlagzeilen wert sein – von denen auch Zöllner profitieren will. Und deswegen ist es wichtig, dass die Biografie rechtzeitig vor dem Ableben des Greises fertig wird; aber auch nicht zu viel Zeit zwischen der Erscheinung vergeht, da dem Buch und seinem Autoren sonst der Durchbruch verwehrt bleiben könnte.

Um die begehrten Aussagen von Kaminski für sein Werk zu erhalten, macht sich Zöllner auf dem Weg zu ihm und schafft es auf geschickte Art, den alten Maler von seinen Vertrauten zu isolieren. Es gelingt ihm, Kaminski davon zu überzeugen, sich auf die Suche nach dessen alter Jugendliebe zu machen. Dadurch verbringt er nicht nur einige Zeit ungestört mit dem Zentrum seines Buches, sondern hätte gleich auch noch eine spannende Geschichte zu erzählen. Auf der Reise muss Zöllner jedoch zunehmend einsehen, dass seine Beziehung zu Kaminski sich nicht so eindeutig gestaltet, wie er es zu Beginn gedacht hätte.

Ich und Kaminski - jetzt im Kino

„Ich und Kaminski“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Daniel Kehlmann. Da die Regie von Wolfgang Becker übernommen wurde, handelt es sich hierbei um die zweite Arbeit von Daniel Brühl und dem Regisseur nach „Good Bye, Lenin!“.