08.01.2014 09:21 "Verherrlichung von Verbrechern"

Kino: Mit „The Wolf of Wall Street“ sorgt Martin Scorsese für polarisierende Reaktionen

the wolf of Wall Street mit Leonardo diCaprio

Martin Scorseses inzwischen fünfte Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio basiert auf den gleichnamigen Memoiren des skrupellosen Aktienbetrügers Jordan Belfort, Fotos: Universal

the wolf of Wall Street mit Leonardo diCaprio - jetzt im Kinothe wolf of Wall Street mit Leonardo diCaprio - Orgien und Exzessethe wolf of Wall Street mit Jonah Hillthe wolf of Wall Street von Martin Scorsese
Von: GDFK - Kino.de

Martin Scorsese 3-stündiges Krimidrama über die Machenschaften an der Wall Street aus Sicht eines Brokers - gespielt von Publikumsliebling Leonardo DiCaprio. Matthew McConaughey glänzt in einer Nebenrolle.


Es geht um Sex, Drogen, Geld und schöne Frauen
Schon als junger Mann weiß Jordan Belfort sehr genau, was er will: seinen ganz persönlichen Amerikanischen Traum. Zunächst noch unerfahren steigt er bei der New Yorker Börse ein und entwickelt sich schnell zu einem der erfolgreichsten und abgebrühtesten Broker. Ende der Achtzigerjahre zelebriert er einen exzessiven und luxuriösen Lebensstil, der ihm schon bald den Titel "The Wolf of Wall Street" einbringt. Doch da dabei nicht alles mit legalen Mittel zugeht, hat er bald das FBI am Hals.

Jetzt im Kino
Martin Scorseses inzwischen fünfte Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio basiert auf den gleichnamigen Memoiren des skrupellosen Aktienbetrügers Jordan Belfort. Obwohl in den Achtzigerjahren angesiedelt, ist der Film unverkennbar eine Kritik an den Auswüchsen des heutigen Kapitalismus und dabei radikaler als Oliver Stones "Wall Street"-Filme. Von Scorsese gewohnt gekonnt inszeniert, bleibt er dabei auch einem seiner Lieblingsthemen, den zwielichtigen Persönlichkeiten seiner Heimatstadt, treu. Aus den durchgehend bestens besetzten Nebenrollen sticht einmal mehr Matthew McConaughey heraus. Quelle: kino.de

Die Tochter eines Finanzkriminellen Christina McDowell, deren Vater mit Belfort in kriminelle Machenschaften verstrickt war, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Regisseur und seinen Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio.

Laut der FAZ klagt sie in der Zeitschrift „LA Weekly“, Scorsese und Leonardo DiCaprio an, sie würden mit ihrem Film Verbrecher verherrlichen: „Ihr seid gefährlich. Euer Film ist ein rücksichtsloser Versuch, so zu tun, als seien diese Delikte unterhaltsam, ausgerechnet in einem Land, das nach einer weiteren Runde von Wall-Street-Skandalen noch immer umhertaumelt.“ Eben diese Verhaltensweise habe Amerika in die Knie gezwungen. „Habt ihr an die kulturelle Botschaft gedacht, als ihr euch entschlossen hattet, den Film zu drehen? Ihr habt euch erfolgreich mit einem meisterlichen Verbrecher verbündet, einem Kerl, der immer noch nicht seine Opfer voll entschädigt hat, und ihr verschlimmert so nur noch unsere nationale Besessenheit mit Reichtum und Status – und verherrlicht Gier und psychopatisches Verhalten.“ Schämen sollten sich der Regisseur und sein Star, genauso wie sie als „Kollateralschaden“ der väterlichen Umtriebe sich habe allzu lange schämen müssen.

Verleih: Universal ab 16.1.2014 im Kino