17.10.2012 08:04 nach dem Kultroman von Jack Kerouac

Jetzt im Kino: On the Road - Unterwegs - Roadtrip zweier Männer durch Amerika auf der Suche nach dem ultimativen Rausch des Lebens

On the Road - Unterwegs - Roadtrip zweier Männer durch Amerika auf der Suche nach dem ultimativen Rausch des Lebens

On the Road - Unterwegs, Fotos: Concorde

Von: Kino.de - 6 Bilder

Walter Salles folgt in der Verfilmung von Jack Kerouacs Kultroman zwei jungen Männern auf der Suche nach dem ultimativen Rausch des Lebens durch Amerika. Mit dem Manifest einer ganzen Generation, Jack Kerouacs "On the Road", stemmt der brasilianische Regisseur Salles ein ähnliches Mammutprojekt wie "Die Reise des jungen Che". Wenn ihm dessen Leidenschaft bisweilen fehlt, so liegt das in der Natur der Sache. Denn die atemlose Hatz von zwei Freunden durch halb Amerika, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick und dem Dollar, der ihn finanziert, ist auch die Suche Kerouacs nach seiner Bestimmung als Autor, der mühsame Weg eines werdenden Schriftstellers an die Schreibmaschine. Die ungleichen Freunde und Reisegefährten Sal Paradise (Sam Riley) und Dean Moriarty (Garrett Hedlund) sind die Alter Egos der Beatnicks Neal Cassady und Kerouac selbst.

Andere Ikonen der wilden 50er tauchen auf in Figuren wie die von Old Bull Lee, die an Drogenpapst William S. Burroughs (Viggo Mortensen) erinnert oder Carlo Marx, dem Beat-Poeten Allen Ginsberg (Tom Sturridge) nachempfunden. Starpotenzial entfalten v.a. die starken Frauen, die sich zumeist von dem attraktiven, skrupellosen Womanizer Moriarty angezogen fühlen: Kristen Stewart als freizügige Marylou, Kirsten Dunst als Camille, Mutter seiner Kinder, sowie Amy Adams als freigeistige Jane, Frau von Old Bull Lee. Moriarty lernt in New York den durch den Tod des Vaters und eine erste Schreibblockade verunsicherten Kerouac kennen. Der Draufgänger, der sich grundlegend von seinen intellektuellen Literatenfreunden unterscheidet, übt eine starke Anziehungskraft auf ihn aus. Den abenteuerlichen Trip, zu dem er mit Dean aufbricht, finanziert Sal als Erntehelfer und Baumwollpflücker, das Benzin für den Hudson wird geklaut. Ein wilder Silvesterrausch, die Freuden der freien Liebe inklusive, katapultiert Sal, Dean und Marylou hinein ins Jahr 1949.

Zusammen mit Sals Freund Ed (Danny Morgan) bricht das Trio auf nach New Orleans, zu Hippie-Guru Old Bull Lee. Auf der Reise kommen sich Sal und Marylou näher. Als sie ihn allein zurücklässt, besinnt Sal sich auf seine Reisenotizen - seine Rettung. Zurück in New York beginnt er mit seinem Roman. Seinen Freund Moriarty, für den der Dauerrausch mit einem bösen Kater endet, wird er nur noch einmal wiedersehen. Zwar hemmen die Perspektive des Zuschauers, der die Geschichte kennt, und der sich wiederholende verzweifelte Blick eines Schriftstellers auf ein leeres Blatt in der Schreibmaschine mitunter den Erzählfluss. Doch wer sich auf die Reise einlässt, wird belohnt - mit der tragenden Rolle der grandiosen Landschaft, Salles-typischen Bildkompositionen, dem Sound, der eine eigene Geschichte erzählt, genauer Recherche und großer Liebe zum Detail einer lange als unverfilmbar geltenden Geschichte gegenüber.

Francis Ford Coppola hatte sich Ende der 70er Jahre die Filmrechte an dem 1957 erschienen Schlüsselroman gesichert. Immer wieder war an dem Projekt gearbeitet worden, ehe es Salles gelang, den Roman, der ihm persönlich so viel bedeutet, nach achtjähriger Vorbereitungszeit auf die Leinwand zu bringen. Ein lohnender, uramerikanischer Trip und ein Biopic, das über sich hinausweist: Auf dem Weg nach Westen wurde schließlich Amerika begründet. boe. Quelle: www.kino.de

 

Frankreich/Großbritannien/USA 2011
Laufzeit: 140 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Garrett Hedlund
Sam Riley
Kristen Stewart

Regie: Walter Salles
Verleih: Concorde