25.12.2013 09:18 Suche nach dem ultimativen Modell

Jetzt im Kino: Das Mädchen und der Künstler - Einfühlsames Künstlerporträt über die Suche nach Schönheit und Perfektion

Jetzt im Kino: Das Maedchen und der Kuenstler

Drama um einen alten Künstler und sein junges Modell und Muse während des Franco-Regimes Fotos: Camino (Filmagentinnen)

Das Maedchen und der Kuenstler - die MuseDas Maedchen und der Kuenstler - im ArtelierDas Maedchen und der Kuenstler - Kino
Von: GFDK - kino.de

Picasso hatte seine Dora Maar, Salvador Dalí seine Gala. Der Traum des Künstlers von der Muse als Inspiration ist so alt wie die Kunst, ob in Literatur, bildender Kunst oder im Film.

Auch in jüngsten Filmen wie "Das Mädchenmit dem Perlenohrring", "Die schöne Querulantin" oder Frankreichs Oscar-Einreichung "Renoir" - die Beziehung zwischen Künstler und Muse ist immer noch ein Mysterium. So steht auch beim 80-jährigen Bildhauer Marc Cros nicht nur die sexuelle Anziehung im Vordergrund, sondern die Suche nach dem ultimativen Modell, das Schönheit und Perfektion verkörpert.

Auf der Suche nach der perfekten Schönheit


Frankreich unter deutscher Besatzung 1943. Nahe den Pyrenäen lebt ein 80-jähriger Bildhauer immer noch auf der Suche nach der perfekten Schönheit. Im Sommer 1943 bringt ihm seine Frau, Vertraute und früheres Modell (Claudia Cardinale) ein hübsches Mädchen ins Haus, die vor dem Franco-Regime geflohene Mercè. Das Paar bietet ihr Unterschlupf im Atelier außerhalb des kleinen Pyrenäen-Dorfes, dafür steht sie nackt Modell für den alten Mann, der nach einer langen kreativen Pause wie besessen an seiner finalen Skulptur arbeitet.

Einfühlsames und vielschichtiges Künstlerporträt

Nach dem Drehbuch von Jean-Claude Carrière entwirft Fernando Trueba ein einfühlsames und vielschichtiges Künstlerporträt in stimmungsvollem Schwarz-Weiß, konzentriert sich auf den Schaffensprozess, der Zweite Weltkrieg und damit die Besatzung durch die Deutschen sind nur eine Facette, wenn beispielsweise ein kunstaffiner Wehrmachtsoffizier (Götz Otto) auftaucht oder die Realität in Gestalt eines Widerstandkämpfers in die Idylle einbricht, den die Katalanin über die Grenze gerettet hat.

Beziehung zwischen Muse und Schöpfer


Der sinnliche, wenn auch manchmal voyeuristische Blick auf weibliche Körperlichkeit vermeidet trotz allem Altmännerfantasien, im Fokus steht das von Respekt getragene Verhältnis zwischen dem Künstler und seinem Modell, zwischen dem Alten, der nicht mehr viel vom Leben erwartet, und der Jungen, die das Leben noch vor sich hat.

Aida Folch spielt geschickt ihre Erotik in einer Mischung von Unschuld und Verführung aus, das schauspielerische Pfund mit dem Trueba wuchert, ist der große französische Schauspieler Jean Rochefort zwischen melancholischer Altersweisheit und artistischer Obession. Sein Gesicht, das eine ganz eigene Geschichte erzählt und seine zupackenden Hände, die modellieren, formen und versuchen, dem Kunstwerk den letzten und optimalen Schliff zu geben, prägen diese filmische Liebeserklärung an die Kraft der Kunst. mk. Quelle: kino.de

Verleih: Camino (Filmagentinnen) - ab 25. Dezember 2013 in den Kinos