02.02.2015 08:00 Drama

Guten Tag, Ramón - Jorge Ramirez-Suárez bricht mit seiner Einwanderer-Dramödie

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Viele Geschichten, die von Einwanderern handeln, gehen schlecht aus; (c) Fox

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Von: GFDK - Fox/kino.de

Der Mexikaner Jorge Ramirez-Suárez bricht mit seiner Einwanderer-Dramödie, die in der Heimat zum Hit avancierte, eine Lanze für mehr Toleranz und Offenheit gegenüber Asylsuchenden.

Guten Tag, Ramón demnächst im Kino

Viele Geschichten, die von Einwanderern handeln, gehen schlecht aus. Auch im Kino. Gegen diesen Trend stemmt sich nun Jorge Ramirez-Suárez mit seinem fünften Spielfilm. "Guten Tag, Ramón" zeigt zwar auf, mit welch unüberwindbaren Schwierigkeiten das illegale Leben in einem fremden Land verbunden ist - Titelheld Ramón muss gegen Ende des Films seine Wahlheimat Deutschland wieder verlassen - doch der hier lebende mexikanische Filmemacher erzählt durchaus nicht ohne Humor von den Tücken des Alltags im Leben eines Menschen, der sich ohne Geld und Obdach, ohne Sprachkenntnisse und angemessene Kleidung durch einen harten deutschen Winter kämpft. So freut man sich mit dem sympathischen Titelhelden, wenn er in einem Tante-Emma-Laden einen Apfel ersteht, sich durch kleine Botendienste seine ersten Euros verdient und einer Seniorentruppe ein paar flotte Tanzschritte aus seiner Heimat beibringt. Eine zentrale Rolle nimmt in dem Drama mit komödiantischen Zwischentönen Ramóns Beziehung zu der alleinstehenden Rentnerin Ruth ein. Sie wird seine Gönnerin, die ihm erst eine warme Jacke schenkt, dann ihm Unterschlupf in ihrem Kellerabteil gewährt und schließlich zu einer engen Freundin wird. Höhepunkt dieser Freundschaft ist ein Gespräch, bei dem sich die beiden in ihren jeweiligen Landessprachen ihr Leben erzählen. Und obwohl keiner die Worte des anderen versteht, begreift doch jeder in diesem Moment deren Bedeutung. Dennoch kann das subtile, zurückhaltende Spiel der beiden Hauptdarsteller Kristyan Ferrer und Ingeborg Schöner nicht verhindern, dass der Film in seinem letzten Drittel in tränenreichen Sozial-Kitsch abdriftet.

Drama um den Mexikaner Ramon, der nach mehreren gescheiterten Versuchen, sich in die USA zu schmuggeln, es in Deutschland probiert

Diese Komponente wird durch einen mit melancholischen Gitarren- und Pianoklängen begleiteten Score ebenso betont wie durch ein dick aufgetragenes Happy End, das letztlich arg konstruiert und unglaubwürdig wirkt. Auch wenn "Guten Tag, Ramón" die negativen Seiten der Problematik nicht ausklammert - wie etwa den ausländerfeindlichen Nachbarn oder den um sein Revier kämpfenden Stadtstreicher - bleiben doch genügend positive Momente zurück, die eine Lanze brechen für mehr Toleranz, Verständnis und Offenheit gegenüber Menschen, die in unserem Land um Asyl bitten. lasso.

Kinostart: 05.02.2015