08.06.2014 08:50 Intensives Drama

Götz Spielmanns neuer Film: Das Drama "Oktober, November"

Film Oktober November von Goetz Spielmann

Der Titel "Oktober, November" bestimmt den Ton, in Stimmung, Farbe und Thema. © MFA (Filmagentinnen)

Film Oktober November Nora von WaldstaettenFilm Oktober November SchwesternOktober November Film vor grandioser Bergkulisse
Von: Kino.de

Der renommierte österreichische Autorenfilmer Götz Spielmann, der u.a. mit "Antares" und "Revanche" beeindruckte, legt ein weiteres mit stilistischer Strenge erzähltes Drama vor. Es handelt von einer zerrissenen Familie, einem mürrischen Patriarchen, zwei gegensätzlichen Schwestern mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, einem Familiengeheimnis und dem Sterben.

Drama vor düsterem Bergpanorama

Der Titel "Oktober, November" bestimmt den Ton, in Stimmung, Farbe und Thema. Martin Gschlachts Kamera zeigt in dem ernsten, nur vereinzelt mit Humor aufgelockerten, nüchternen Drama grau verhangene Bergpanoramen und Innenräume jenseits von Romantik und Sozialrealismus.

Der alter Vater (Peter Simonischek) ist im Spätherbst seines Lebens, mürrisch seit dem Tod der Frau. Die beiden Töchter sind unglücklich. Die jüngere (Nora von Waldstätten) hat früh dem heimischen Gasthof in den Bergen den Rücken gekehrt, arbeitet als TV-Schauspielerin, sieht gut aus, hat Affären, liebt aber weder Partner, Beruf noch sich selbst. Die ältere, (Ursula Strauss, auch in "Revanche"), ist geblieben, um den Vater zu unterstützen, hat einen Mann, den sie nicht liebt, mit dem sie sich um den gemeinsamen Sohn kümmert und mit dem sie den Gasthof betreibt, und einen heimlichen Geliebten (Sebastian Koch). Die jüngere kommt zurück, als es dem Vater zunehmend schlecht geht.

Götz Spielmann inszeniert eine Tour de Force

Spielmann schildert subtil und mit scharfen Blick seine Figuren und erst unterschwellig später auch offen die von Eifersucht und Vorwürfen geprägte Beziehung der Schwestern, die er gegen Ende in einer wunderbaren warmherzigen Szene schwesterlich vereint zeigt. Nachdem die beiden und der Zuschauer das Sterben des Vaters - eine Tour de Force von Simonischek - durchlitten haben. Der Regisseur mutet dem Publikum hier einiges zu, geht an die Schmerzgrenze, überschreitet sie, wenn er die Szene in die Länge zieht. Dennoch ist "Oktober November" ein starkes Drama mit ebensolchen Schauspielerleistungen, das vielleicht nicht ganz an die Wucht von Spielmanns "Revanche" heranreicht. hai.

Quelle: kino.de

Kinostart: 12.06.2014