10.06.2014 08:50 Berührendes Porträt

Ein Drama über eine junge Frau, die ihrem Herzen folgt: "Die unerschütterliche Liebe der Suzanne"

Film Die unerschuetterliche Liebe der Suzanne Kuss Sara Forestier

Ein Drama über die junge Frau Suzanne, deren Schicksal sie immer wieder in komplizierte Lebenslagen bringt. © Arsenal

Film Die unerschuetterliche Liebe der Suzanne Sara Forestier und Adele HaenelFilm Die unerschuetterliche Liebe der Suzanne Sara Forestier
Von: kino.de

Wenn am Ende eine Coverversion von Leonard Cohens legendärem Song "Suzanne" ertönt, in dem es heißt "and you know that she will trust you, for you've touched her perfect body with your mind", gibt das noch einmal einen Stich ins Herz. Cohens Suzanne hat viel gemeinsam mit der jungen Frau gleichen Namens in Katelle Quillévérés zweitem Spielfilm nach "Un poison violent". Sie entführt den Zuschauer in eine Welt irrationaler Gefühle, die die Ratio ad absurdum führen und weckt Erinnerungen an Maurice Pialats "A nos amours" mit Sandrine Bonnaire. Über 25 Jahre spannt sich der Erzählbogen zwischen realistischer Chronik und romantischer Fiktion über zwei Geschwister.

Suzanne und die jüngere Marie (Sara Forestier und Adèle Haenel) halten zusammen, bilden eine verschworene Gemeinschaft mit dem Vater, der nach dem Tod der Mutter im Jahre 1985 die Kinder liebevoll allein aufzieht. Als die 17Jährige schwanger wird und das Kind austragen will, rutscht ihm schon die Hand aus, aber die Geburt des kleinen Charlie besänftigt die Gemüter. Doch als sich Suzanne in einen netten, aber kriminellen Typen verknallt und mit ihm durchbrennt, später im Knast landet, während ihm die Flucht gelingt, stellt das die familiäre Einheit und Harmonie auf eine Probe.

Ausgangspunkt waren die Biografien von Frauen französischer Staatsfeinde wie Mesrine, Besse oder Vaujor, die ihr Schicksal komplett mit dem der Männer verknüpften. Daraus entstand die Idee, der Biografie einer unbekannten Frau, die bis zur Selbstaufgabe liebt. Die Regisseurin urteilt nicht einen Moment über die widersprüchlichen Entscheidungen der Protagonistin oder moralisiert, sie setzt auf Empathie, auch wenn die Handlungen nicht nachvollziehbar sind und favorisiert die Macht der Fantasie.

Mal ist Suzanne ungezogene Tochter, schlechte Mutter, unerträgliche Schwester, aber immer in ihrer Spontaneität und Unverständlichkeit sympathisch. Die elliptische Erzählweise lässt Raum, die Lücken in der Biografie und die Zeitsprünge mit eigenen Interpretationen zu füllen. "Suzanne" ist ein Liebesfilm über die Widersprüchlichkeit der Gefühle, das sensible Porträt einer Frau, die ihrem Herzen folgt, die sich lieber wie ein Schmetterling am Licht Flügel verbrennt, statt in der dunklen Routine eines Bürolebens zu verlöschen. mk.

Kinostart: 19.06.2014

Quelle: kino.de