04.11.2014 08:00 Komödie

Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss - absurd-komische Story um einen Killer einer Spezialeinheit

Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss kino

Mit lakonischem Ton und schrägem Humor zeigen Benno Fürmann und Mavie Hörbiger, dass die deutsche Komödie auch anders kann; (c) Camino

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Von: GFDK - kino.de

Mit lakonischem Ton und schrägem Humor zeigen Benno Fürmann und Mavie Hörbiger, dass die deutsche Komödie auch anders kann.

Das Genre des Auftragskillers ist atmosphärisch und erzählerisch ein dankbares, vom deutschen Film aber ein selten besuchtes. Zehn Jahre nach "Lautlos" und einem romantisch-dramatischen Ansatz nutzt es Regisseur Florian Mischa Böder für eine vergleichsweise dezent präsentierte Komödie mit absurd-komischer Präferenz, die als Rarität im deutschen Filmangebot Aufmerksamkeit verdient.

Das große Kinoerlebnis kann der nach "Nichts geht mehr" zweite Langfilm Böders trotz breitformatigen Bildern zwar nicht bieten, aber seinen Ton hält er konsequent durch, entwickelt seine geradlinig erzählte Geschichte, meist ohne den Versuchungen überzeichneter Situationskomik zu erliegen. Hauptfigur Koralnik wird im Prolog als Absolvent eines obskuren EU-Programms eingeführt, im Rahmen dessen gefährliche, antidemokratische Elemente ausgeschaltet werden sollen.

Doch obwohl ihn sein Chef als besten Mann der Killertruppe bezeichnet, wartet Koralnik acht Jahre lang vergeblich auf seinen ersten Auftrag - immer vorbereitet auf den Ernstfall und nie die Regeln seiner geheimen Tätigkeit verletzend. Allem, was Spaß macht im Leben, hat er sich zwangsläufig verwehrt und damit eine soziale Behinderung entwickelt, die ihn extrem misstrauisch und unkommunikativ gegenüber anderen werden lässt. Das bekommt sein nervender Nachbar zu spüren, den er zu gerne mit einer Kugel stilllegen würde, aber auch Zufallsbekanntschaft Rosa, die ihm ans Nobelauto fährt und sich so in sein Leben drängt. Letzteres kompliziert sich damit erheblich, weil Rosa ausgerechnet dann bei ihm auftaucht, als ihm die erste, sofort zu erledigende Mission per Smartphone übermittelt wird.

Florian Mischer Böders Film, der vor Kurzem in Locarno zu sehen war, konzentriert sich, nicht zuletzt Budget-bedingt, auf wenige Schauplätze und seine beiden Hauptfiguren, die von Benno Fürmann und Mavie Hörbiger mit Gespür für witzige Nuancen interpretiert werden. Absurd-komisch ausgereizt wirkt die im Grunde einfache Geschichte nicht, aber Zurückhaltung erweist sich hier insgesamt als Stärke und der eingeschlagene Kurs als Hoffnungsträger für die deutsche Komödie, die in der Regel recht grobhumorig Flagge setzt. kob.

Kinostart: 13.11.2014

Quelle: kino.de

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