22.04.2012 07:39 Preisgelder in Rekordhöhe von 64.250 Euro

Das 24. Filmfest Dresden hat am Samstagabend des 21. April neun Goldene Reiter und fünf weitere Preise vergeben

1. L'oiseau cachalot

2. After Death

3. Das Haus

Von: Viktoria Franke - 3 Bilder

Internationaler Wettbewerb (IW): Goldener Reiter Kurzspielfilm für "After Death" (Israel), Goldener Reiter Animationsfilm für "L'oiseau cachalot" (Frankreich) | Nationaler Wettbewerb (NW): Goldener Reiter Animationsfilm für "Das Haus", Goldener Reiter Kurzspielfilm für "Atropos" | Filmförderpreis der Kunstministerin geht an "Nagel zum Sarg" | Publikumspreise für "A morning stroll" (Großbritannien, IW) und "Dva" (NW) | Preisträgerprogramme am Sonntag (22. April) in der Schauburg

Das 24. Filmfest Dresden hat am Samstagabend des 21. April neun Goldene Reiter und fünf weitere Preise vergeben. Die Preisverleihung und die anschließende Filmfest-Party fanden im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden statt. Die Preisträger dürfen sich über Preisgelder in Rekordhöhe von 64.250 Euro freuen. Damit ist das Filmfest Dresden eines der am höchsten dotierten europäischen Kurzfilmfestivals. In sechs Internationalen und fünf Nationalen Wettbewerben kämpften insgesamt 71 Filme um die Preise.

Den Goldenen Reiter Animationsfilm im Internationalen Wettbewerb gewann die französische Produktion "L'oiseau cachalot". Der Goldene Reiter Kurzspielfilm geht nach Israel an Ari Gaitelband für "After Death". Die Sieger des Nationalen Wettbewerbs heißen "Das Haus" (Animationsfilm) und "Atropos" (Kurzspielfilm). Über den mit 20.000 Euro dotierten Filmförderpreis der Kunstministerin kann sich die deutsche Produktion "Nagel zum Sarg" freuen. Die Jugendjury kürte mit "Frozen Stories" (Polen) und "Long Distance Call" (Deutschland) ihre Favoriten. Vom Fernsehsender ARTE gab es den Kurzfilmpreis für "A quoi tu joues" (Schweiz), das Publikum kürte mit "Dva" (Deutschland) seinen Favoriten im Nationalen Wettbewerb, international ging die Gunst der Zuschauer an "A morning stroll" (Großbritannien). Den KlangMusikPreis, gestiftet von HELLERAU - Europäischen Zentrums der Künste Dresden, holte sich der estnische Streifen "Suur Maja".

Alle Preisträgerfilme sind am Sonntag (22. April) im Filmtheater Schauburg zu sehen. Die Termine: 14.00 und 19.00 Uhr (Preisträger 1) sowie 16.30 und 22.00 Uhr (Preisträger 2).
 
Alle Preisträger im Überblick:

Internationaler Wettbewerb - Jury: Anita Killi (Norwegen), Clare Kitson (Großbritannien), Richard Raskin (USA)

Goldener Reiter Animationsfilm (7.500 Euro), gestiftet von der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank
"L'oiseau cachalot" Regie:  Sophie Roze (Frankreich 2010)
Jurybegründung: Ein berührender Film über eine Freundschaft in der Fantasiewelt eines Kindes - erzählt in wunderschöner, einfacher, handgemachter Gestaltung und Animation - der mit seinem ganz eigenen Humor alle Generationen erreicht.


Goldener Reiter Kurzspielfilm (7.500 Euro), gestiftet von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
"After Death" Regie: Ari Gaitelband (Israel 2011)
Jurybegründung: Dass Wesentliches nicht ausgesprochen, sondern dem Zuschauer zur Interpretation überlassen wird, macht die Geschichte dieses außergewöhnlichen Films so fesselnd, überzeugend und zutiefst ergreifend.

Lobende Erwähnung:
"Jutro mnie tu nie bedzie" (I won't be here tomorrow) Regie: Julia Kolberger (Polen 2010)
"Keha mälu" (Body Memory) Regie: Ülo Pikkov (Estland 2011)


Goldener Reiter des Publikums (3.000 Euro), gestiftet von der Sächsischen Zeitung
"A morning stroll" Regie: Kaye Lavender (Großbritannien 2011)


Goldener Reiter der Jugendjury (2.000 Euro), gestiftet vom Thalia-Kino und Dr. Doerr
Jury: Fanny Hauser, Isabel Apel, Steve Bache

"Opowiesci z chlodni" (Frozen Stories, Polen 2011) Regie: Grzegorz Jaroszuk
Jurybegründung: Sterile Bilder, kalte Farben und ausdruckslose Gesichter finden sich zusammen zu einer warmherzigen Geschichte, trostlos und leichtfüßig erzählt vom Regisseur. Die Lethargie wird zum Stilmittel erhoben und erschafft eine eigenwillige Komik, sowie die entscheidende Einzigartigkeit der Protagonisten. Hier wird eine sonderbare Welt erschaffen, in welcher der Zuschauer die seine wieder findet.

Lobende Erwähnung: "Kuhina" (Swarming) Regie: Joni Männistö (Finnland 2011)


 
Nationaler Wettbewerb - Jury: Gregor Dashuber, Jenni Zylka, Matthias Dell

Goldener Reiter Animationsfilm (3.000 Euro)
"Das Haus" Regie: David Buob (Deutschland 2011)
Jurybegründung: Leichtfüßig werden wir in eine Traumwelt entführt, in welcher Erzählung und Charaktere geschickt miteinander verflochten sind. Die Freiheit des Mediums Animation wird hervorragend genutzt, um eine Handlung voller Überraschungen voranzutreiben. Im ständigen Spiel mit der Wahrnehmung des Betrachters erzählt sich die Geschichte wie von selbst und lässt gleichzeitig genug Raum für die ganz eigene Interpretation.


Goldener Reiter Kurzspielfilm (3.000 Euro), gestiftet von Budweiser Budvar
"Atropos" Regie: Philipp J. Neumann (Deutschland 2010)
Jurybegründung: Am Anfang steht ein Ende. Ein unfassbares, unwiederbringliches. Intensiv, sachlich, durch fehlende Schnitte fast schmerzhaft genau, aber nie respektlos verfolgt die Kamera einen Menschen, der nach und vor allem mit diesem Ende weiterleben muss. Mutig wird ein Tabu thematisiert, das schon oft Motiv, aber selten Thema war. Zurück bleiben ein Riss in der Wand, ein Loch im Fenster, und eine klaffende Lücke im Herzen.

Lobende Erwähnung: "Synkope"  Regie: Nora Fingscheidt (Deutschland 2010)


Filmförderpreis der Kunstministerin (20.000 Euro), gestiftet vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
"Nagel zum Sarg" Regie: Philipp Döring (Deutschland 2011)
Jurybegründung: Eine unerhörte Begebenheit, die erzählt werden will und deren dramatische Notwendigkeit eben darin besteht, erzählt werden zu müssen. Auf den ersten Blick ein scheinbar einfacher Film, der seine Relevanz sich aber erst verdient durch richtige Entscheidungen, die er trifft: die Wahl des Stoffes, die Inszenierung der Darsteller, die Konsequenz des Entwurfs, der die Grenzen des Mediums berührt und damit über das Erzählen im Film reflektiert.


Goldener Reiter der Jugendjury National (2.000 Euro),  gestiftet von DREWAG
Jury: Alexander Herrmann, Markus Schwennigcke, Tilli Ripp

"Long Distance Call" Regie: Grzegorz Muskala (Deutschland 2011)
Jurybegründung: Eine außergewöhnliche Umsetzung inszeniert innovativ ein typisches Beziehungsproblem. Unruhe. Wut. Liebe. Das Publikum spürt jederzeit was der Protagonist fühlt. Man wird  eingeladen sich mit seiner Fantasie eine zweite Leinwand zu erschaffen.

Lobende Erwähnung: "The Centrifuge Brain Project" Regie: Till Nowak (Deutschland 2011)


Goldener Reiter des Publikums (3.000 Euro), gestiftet vom Mitteldeutschen Rundfunk
Mickey Nedimovic Regie: "Dva" (Deutschland 2012)



Goldener Reiter KlangMusikPreis National/International (3.000 Euro), gestiftet von HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden
Jury: Markus Rindt, Julia Heimerdinger, Andreas Kersting

"Suur Maja" (Big House) Regie: Kristjan Holm (Estland 2011)
Jurybegründung: Mit überraschend reduktionistischem Konzept schafft es der Film auf humorvolle Weise ein Haus, mit  all seinen Geräuschen zum Grooven zu bringen

Lobende Erwähnung:  "Keha mälu" (Body Memory) Regie: Ülo Pikkov (Estland 2011)


ARTE Kurzfilmpreis National/International (6.000 Euro)
"A quoi tu joues" ("Another Game", Schweiz 2011), Regie: Jean Guillaume Sonnier)
Jurybegründung: Der Preisträgerfilm hat uns mit seinen herausragenden schauspielerischen Leistungen überzeugt, mit seiner ungewöhnlichen Geschichte und der Zeitlosigkeit, die die Wahl des schwarz-weiß unterstreicht. Das Werk berührt durch seine Anmut und verbindet auf subtile Art Erzählkunst, dramaturgisches Geschick und visuelles Können. Gleichzeitig veranlasst jede Wende in der Handlung den Zuschauer, sich selbst, die Gesellschaft, sein Verhältnis zu den Mitmenschen und seine Abhängigkeiten zu hinterfragen und sich mit dem geringen Spielraum für Widerstand gegen die Macht des Geldes auseinanderzusetzen.


Mitteldeutsche Filmnacht - Publikumspreis (250 Euro), gestiftet vom Filmverband Sachsen
"Ich-Apparat" (Regie: Susan Kreher, Mandy Blaurock)


Der von der DEFA-Stiftung ausgelobte Förderpreis (4.000 Euro) sowie der Drematix-Förderpreis (2 Tage Motion Capturing im Sachwert von 1.000 Euro werden im Sommer 2012 vergeben.




F.d.R.d.A.
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Viktoria Franke
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