12.04.2015 08:00 nach einer wahren Geschichte

Big Eyes - auf Fakten basierende Dramödie über die Künstlerin Margaret Keane

Big Eyes kino

Margaret Keane und ihre Porträts von Kindern und Frauen mit großen traurigen Augen waren ein Popkulturphänomen der Sixties; (c) Studiocanal

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Von: GFDK - Studiocanal/kino.de

Nach einer wahren Geschichte erzählt Tim Burton von einem legendären Plagiator der 1960er Jahre, der sich als Urheber der berühmten Bilder seiner Frau ausgab.

Big Eyes demnächst im Kino

Margaret Keane und ihre Porträts von Kindern und Frauen mit großen traurigen Augen waren ein Popkulturphänomen der Sixties. Der persönliche Bezug Burtons, dessen Ex-Verlobte Lisa Marie in den 1990er Jahren für Keane Modell saß, und die damalige Situation der Künstlerin, die in ihrer Ehe eine Gefangene und in der Kunstszene eine Außenseiterin war, erklären die Faszination des Filmemachers für den Stoff, der zugänglicher, aber auch unglaublicher wirkt als einige fiktiv-fantastische Projekte Burtons.

Das Drehbuch der "Ed Wood"-Autoren Scott Alexander und Larry Karaszewski nimmt sich Freiheiten, komprimiert Ereignisse und Beobachtungszeitraum, hält sich aber weitgehend an die Fakten einer Ehe, die fünf Jahre nach der Scheidung mit einer Enthüllung Schlagzeilen machte. Als Margaret (Amy Adams) 1958 Hals über Kopf mit ihrer Tochter ihren ersten Mann verlässt, erlebt sie in San Francisco die Reaktion einer Welt, in der allein erziehende und arbeitende Mütter noch Exoten sind. Ihren nie ausgelebten Traum von einer Künstlerkarriere erfüllt ihr der charmante Dampfplauderer Walter Keane (Christoph Waltz), der sich als passionierter Maler vorstellt, sich von ihren Bildern fasziniert zeigt und diese nach der Heirat mit ungewöhnlichen Methoden zu vermarkten und verkaufen versucht. Dass er sich als deren Urheber ausgibt, begründet er mit kommerzieller Notwendigkeit. Als die Bilder aber populär werden, zeigen sich Eitelkeit und wahnhafte Züge Walters immer deutlicher, wird die Ehe für Margaret zum Martyrium.

Nach einer wahren Geschichte erzählt Tim Burton von einem legendären Plagiator

Ihre Befreiung aus Unterdrückung und Selbstverleugnung gipfelt in einem Urheberrechtsprozess, dessen albern-absurde Züge man nicht glauben will, selbst wenn sie durch Fakten abgesichert sind. Womit "Big Eyes" eindrucksvoll belegt, dass Wahrheit und Glaubwürdigkeit nicht korrespondieren müssen. Ohne seine vertrauten skurrilen Vorlieben tritt Burton hinter dem Stoff zurück, während ihn Waltz mit großer Theatralik dominiert. Dezenter angelegt ist Amy Adams' Darstellung einer Frau, die sich zu emanzipieren lernt. Acht von zehn Jahren ihrer Ehe bezeichnete Margaret Keane als Hölle. "Big Eyes" liefert davon nur einen Ausschnitt, denn trotz aller Dramatik betont Burtons etwas anderer Gefängnisfilm das Komische dieser unglaublichen Geschichte und die Entwicklung des Phänomens einer kommerzialisierten Massenkunst. kob.

Kinostart: 23.04.2014