19.02.2017 06:59 Compass Perspektive Award

Berlinale: Filmpreis an "die Beste aller Welten" von Adrian Goiginger

Regisseur Adrian Goiginger nimmt Filmpreis aus Berlinale entgegen

Compass Perspektive Award Jurymitglieder feiern mit Regisseur Adrian Goiginger: Sigrid Hoerner, Feo Aladag, Adrian Goiginger, Johannes Naber © Daniel Seiffert

Von: GFDK - Berlinale

Die Auszeichnung für den Kompass-Perspektive-Filmpreis 2017 geht an den Spielfilm Die Beste aller Welten von Adrian Goiginger. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Die Trophäe ist ein kleiner Kompass, der dem Perspektive-Nachwuchs Orientierung geben und die Richtung weisen soll.

Die Jurymitglieder Feo Aladag, Sigrid Hoerner und Johannes Naber haben alle 14 Beiträge der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino gesehen und einigten sich nach leidenschaftlicher Diskussion auf ihren Favoriten.

Jurybegründung für Die Beste aller Welten

Der siebenjährige Adrian wächst mit seiner liebevollen, heroinabhängigen Mutter und ihren Freunden im Salzburg der 90er Jahre auf. Sein Leben ist ein Abenteuerspielplatz - bis sowohl das Jugendamt als auch die Brutalität der Abhängigkeit seine Welt zu zerstören drohen.

Kampf zwischen Mutterliebe und Sucht

Der Regisseur Adrian Goiginger, der hier seine eigene Kindheit erzählt, zeigt auf verstörend authentische Art einen scheinbar ausweglosen Kampf zwischen Mutterliebe und Sucht. Ob die Droge selbst oder aber der gesellschaftliche Umgang damit die größere Bedrohung für das Kind darstellen, lässt er offen.

Deshalb berührt der Film mit seinem sensibel inszenierten, herausragenden Ensemble, ohne kitschig zu werden und geht mit seiner unprätentiösen Bildgestaltung unter die Haut, ohne voyeuristisch zu sein.

Sonderpreis ging an Nicolaas Schmidt

Außerdem vergab die Jury spontan einen „Sonderpreis der Jury“ für Final Stage von Nicolaas Schmidt. Die drei Juror*innen Feo Aladag, Sigrid Hoerner und Johannes Naber loben den jungen Filmemacher mit dem Preis für seinen formalen Mut.

Jurybegründung für Final Stage

Der Film Final Stage von Nicolaas Schmidt ist ein Montageexperiment im urbanen Konsumraum. Er besteht aus drei Sequenzen - Trennung, Schmerz und Wiedervereinigung. Der Film macht das Kino zu einem interaktiven Ort, an dem die Assoziationen des Zuschauers zum Narrativ werden. Mit diesem Preis wollen wir junge Filmemacher couragieren formale Risiken einzugehen.