13.09.2015 07:54 sein klügstes, schärfstes Essay

Zum Todestag von Marcel Reich-Ranicki: Meine deutsche Literatur seit 1945

Literaturgeschichte für jedermann: Reich-Ranicki

Marcel Reich-Ranicki - Wie kein anderer hat er das literarische Leben der Nachkriegszeit bis in das 21. Jahrhundert hinein mitgeprägt. (c) dva

Von: GFDK - dva

Marcel Reich-Ranicki ‒ sein Todestag jährt sich am 18. September zum zweiten Mal ‒, war ein halbes Jahrhundert lang der erfolgreichste, wirkungsvollste und deshalb auch umstrittenste deutsche Literaturkritiker.

Wie kein anderer hat er das literarische Leben der Nachkriegszeit bis in das 21. Jahrhundert hinein mitgeprägt – als Kritiker in der Gruppe 47, in den Feuilletons einflussreicher Zeitungen und mit ständig wachsender Popularität im Fernsehen mit seinem legendären »Literarischen Quartett«. Nach seiner 2014 erschienenen »Geschichte der deutschen Literatur seit dem Mittelalter« konzentriert sich dieser Band ganz auf jene Zeit, die für ihn wie für sein Publikum die Gegenwart war, auf die deutsche Literatur seit 1945.

Deutsche Literatur seit 1945

Das von Thomas Anz herausgegebene Buch ist eine erstmals zusammengestellte Auswahl der wichtigsten und besten Veröffentlichungen Reich-Ranickis zur Gegenwartsliteratur, seiner Entdeckungen und Provokationen, Lobreden und Verrisse, Beiträge zu Debatten und rückblickenden Bilanzen. Der Band vermittelt damit ein Bild der Literatur seit 1945, das anschaulicher und lebendiger kaum sein kann. Und er zeigt erneut: Ohne Marcel Reich-Ranicki wäre das literarische Leben der vergangenen Jahrzehnte sehr viel ärmer gewesen – und erheblich langweiliger.

Meine deutsche Literatur seit 1945. 

Erscheinungstag: 14. September 2015

»Bücher müssen mir gefallen, mich beeindrucken, mich entzücken.« Marcel Reich-Ranicki

Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in Polen, lebte von 1929 bis 1938 in Berlin. Nach der Deportation durch die Nazis überlebte er nur knapp das Warschauer Ghetto und kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück, wo er seine Karriere als Literaturkritiker begann: Er war von 1960 bis 1973 Literaturkritiker der »Zeit« und leitete danach bis 1988 den Literaturteil der »FAZ«, wo er noch bis zu seinem Tod tätig war. Berühmtheit erlangte er durch »Das Literarische Quartett« im ZDF.

Marcel Reich-Ranicki - ein deutscher Kritiker

Marcel Reich-Ranicki war »der« deutsche Kritiker; in seinem geschriebenen wie gesprochenen Wort spürte man jederzeit die Leidenschaft und Konsequenz, mit der er sich für Literatur einsetzte. Seine 1999 bei der DVA erschienene Autobiographie »Mein Leben« wurde zum Millionenbestseller. Er erhielt zahlreiche literarische und akademische Auszeichnungen. Marcel Reich-Ranicki verstarb 2013 in Frankfurt am Main.

Thomas Anz, Jahrgang 1948, ist Professor für Neuere Deutsche Literatur in Marburg und verfasste neben wissenschaftlichen Arbeiten zahlreiche Literaturkritiken und Essays für Zeitung und Rundfunk. 2004 veröffentlichte er eine Biographie über Marcel Reich-Ranicki; 2013 gründete er die »Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranickis für Literaturkritik in Deutschland« an der Universität Marburg.