10.06.2014 08:24 ironischer blick auf die welt

Scharfsinniger Beobachter: Später Ruhm - Arthur Schmitzlers vergessene Novelle

Arthur Schnitzler - spaeter ruhm

Im frühen Porträt der literarischen Boheme "Später Ruhm" werden die Ängste und Zweifel des 32-jährigen Arthur Schnitzler sichtbar. (c) Verlag

Von: GFDK - Hanser Berlin

Späten Ruhm erfährt Eduard Saxberger in vorgerücktem Alter. Ein junger Mann sucht ihn auf und gibt sich als Leser jenes schmalen Bandes zu erkennen, mit dem Saxberger einst für Furore sorgte; der Verehrer lädt ihn in einen Schriftstellerverein ein, denen er als Vorbild gilt.

Zuerst beschämt, an das verlorene Vergangene erinnert zu werden, dann fasziniert von den Debatten um die wahre Kunst, schließt sich Saxberger den Literaten an. Aber Neues zu schreiben, bemerkt er bald, schafft er nicht mehr. Ein Jahr nach dem Erfolg von "Anatol" und ein Jahr vor dem Durchbruch mit "Liebelei" werden in diesem jetzt erstmals veröffentlichten frühen Porträt der literarischen Boheme die Ängste und Zweifel des 32-jährigen Arthur Schnitzler sichtbar.

Pressestimmen zur Arthur Schnitzlers "Später Ruhm"

Entstanden 1894, ins Reine geschrieben vierzig Jahre später, vergessen im Nachlass, sorgt Arthur Schnitzlers Novelle in diesen Tagen für einigen Presserummel. "'Später Ruhm' ist eine späte Entdeckung. Es ist schon sehr viel mehr vom großen Schnitzler in dieser Novelle zu erkennen, als ihr Verfasser selbst geahnt haben dürfte." Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Was man aus seinem hundertzwanzig Jahre alten Text lernen kann – und was selbst Karl Kraus hätte aus ihm lernen können –, ist ein ironischer Blick auf sich und die Welt. Das macht diese Novelle aus der Wiener Moderne zu einem modernen Text von heute.“ Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.05.14

„Ein Ereignis für jeden literarisch Interessierten.“ Hans-Jost Weyandt, Spiegel Online, 11.05.2014

"Die tragikomische Geschichte vom verzauberten Biedermann, der Anschluss an eine Zeit zu finden sucht, aus der er längst herausgefallen ist, folgt einer schlichten, aber mitreissenden und präzis durchgeführten Psychologie." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 15.05.14

„Ein vorzügliches Stück tüchtig satirischer und psychologisch informierter Literatur.“ Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 16. 05.14

"Ein melancholisch-ironisches Stück, in dem Schnitzler – Anfang 30, den eigenen Ruhm noch vor sich – eine nostalgische Pose probt und zugleich seine eigenen Künstlerfreunde sanft ­karikiert." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 16.05.14

„Ein bezauberndes Stück Literatur.“ Barbara Mader, Kurier, 19.05.14

"Ein neuer Text des großen österreichischen Dramatikers und Erzählers, erstmals überhaupt veröffentlicht, ist für jeden Liebhaber deutschsprachiger Literatur ein Leckerbissen." Mathias Schnitzler, Berliner Zeitung, 20.5.14

Über den Schrifsteller Arthur Schnitzler

Arthur Schnitzler, geboren 1862 in Wien, gestorben 1931 ebenfalls in Wien, studierte Medizin und interessierte sich schon früh für Psychologie. Schnitzler wird häufig als literarisches Pendant Sigmund Freuds bezeichnet. In seinen Dramen und Novellen bringt er das Unterbewusstsein seiner Figuren unmittelbar und drastisch zum Vorschein.

Udo Samel, 1953 geboren, gehörte von 1978 bis 1992 zum Ensemble der Berliner Schaubühne und arbeitete mit Regisseuren wie Peter Stein und Luc Bondy zusammen. Nach einem Engagement am Schauspiel Frankfurt ging er 2004 an das Wiener Burgtheater. Sein Kinodebüt gab Udo Samel in dem Film Messer im Kopf; für seine Rolle als Franz Schubert in Mit meinen heißen Tränen wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Dem Fernsehpublikum ist er durch zahlreiche Gastauftritte in Krimiserien sowie durch seine Rollen in Durchreise – Die Geschichte einer Firma und Deutschlandspiel bekannt.

 

Paul Zsolnay Verlag /Hanser Verlag Juni 2014


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