22.10.2017 15:08 literarische Begegnung

Michel Houellebecq erinnert an Schopenhauers Philosophie

Literarischer Gaumenschmaus - Michel Houellebecq - in Schopenhauers Gegewart

Michel Houellebecqs literarische Begegnung mit Arthur Schopenhauer - es geht um das Leben, die Welt und die Kunst. (c) DuMont

Von: GFDK - Redaktion

Houellebecq, der umstrittene aber auch sehr bekannte französische Schriftsteller, entdeckt Schopenhauer im Alter von etwa sechsundzwanzig Jahren. In diesem Alter begreift er sich als »fertigen« Leser, für den sich bereits alles zu wiederholen beginnt, doch das Erlebnis der Lektüre von Schopenhauers Aphorismen zur Lebensweisheit bringt sein ganzes festgefügtes Denkgebäude zum Einsturz.

Im Anschluss an diese im Grunde zufällige literarische Begegnung in einer öffentlichen Bibliothek beginnt Houellebecq ganz Paris nach einem Exemplar von ›Die Welt als Wille und Vorstellung‹ abzusuchen, das zum entsprechenden Zeitpunkt nur antiquarisch erhältlich ist. Die Lektüre krempelt sein Leben schließlich vollends um.

Michel Houellebecq entdeckt Schopenhauer

Das Hinterfragen unseres Herangehens an die Welt, unseres Wissens über sie; die Betrachtung des Künstlers und seiner inneren Verfasstheit; die Bedeutung der Kunst in der heutigen Zeit, in der die Kunst zum Massenphänomen geworden ist; Poesie und Wahrheit: das sind Themen, mit denen sich Houellebecq anhand seiner liebsten Passagen in Schopenhauers Werk auseinandersetzt. Der Leser erfährt zwar nichts neues über Schopenhauer, aber dafür über Michel Houellebecq und wie er sich selbst sieht und beschreibt - Michel Houellebecq findet sich selbst.

Französischer Provokateur

Michel Houellebecq wurde 1958 geboren. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart. Für seine Bücher, die in über vierzig Ländern veröffentlicht werden, wurde er mit den wichtigsten Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Prix Goncourt. Auf Deutsch ist nahezu sein gesamtes Werk bei DuMont verlegt. 2015 erschien sein Roman ›Unterwerfung‹, der wochenlang auf der Bestsellerliste stand und ein großes Medienecho hervorrief.

Literarischer Gaumenschmaus

»So persönlich, so locker, vor allem so witzig hat man Michel Houellebecq noch nie erlebt. [...] Überhaupt ist dieses Buch eine Fundgrube
hinreißend unzeitgemäßer Wertvorstellungen.«
Alexander Altmann, MÜNCHNER MERKUR

»Wenn man schon länger Anteil nimmt am Phänomen Houellebecq [...], dann wird durch das Buch doch noch Einiges schärfer und verständlicher.«
Arno Orzessek, RBB Kulturradio

Michel Houellebecq - in Schopenhauers Gegewart ist erschienen im DuMont Verlag Köln