18.09.2017 01:42 Spott, Ironie und das Große Lachen

Ein Ringen um Zerstören und Bewahren - Hommage an Jörg Immendorff

Joerg Immendorff

Jörg Immendorff wurde 1996 in Mexico mit dem weltweit höchst dotierten Kunstpreis, dem Marco-Preis, ausgezeichnet. Schon vor seinem Tod, 2007 war er einer der berühmtesten Künstler weltweit. Foto: (c) WDR

Joerg Immendorff LIDEL

Was würde Jörg Immendorff heute für eine Antwort finden? "LIDL ruiniert mit Hilfe des IWF die einheimischen Gemüsebauern in Rumänien, genau wie vorher in Griechenland."

Von: GFDK -Redaktion

Ein tolles Buch über Jörg Immendorff, das man haben sollte. In „Waghalsiger Versuch, in der Luft zu kleben“ erweckt Tilman Spengler den großen Jörg Immendorff, einen der bedeutendsten und schillerndsten Künstler unserer Zeit, wieder zum Leben.

dem genauen Blick des Freundes und Wegbegleiters folgt Tilman Spengler dem Maler, dem Provokateur, dem Buehnenbildner, dem Agitator, Kunstprofessor und Kanzlerporträtisten auf einigen Etappen seines Lebenswegs.

Jede Station in dieser Hommage an Jörg Immendorff ist auch eine Station der deutschen Geschichte der Nachkriegszeit, ein Ringen um Zerstören und Bewahren, um Anerkennung und Deutungshoheit. Geht es dabei auch komödiantisch zu?

Bei Kunst nicht an Kunst denken

Es geht: Spott, Ironie und das Große Lachen vor Gericht sind weitere Facetten dieser Inszenierung. „Denn nur, wenn man beim Betrachten oder Hören oder auch beim Lesen eines Werkes der Kunst nicht an Kunst denken muss, und zwar keine einzige, nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde lang, erst dann begreift man Kunst“ (Jörg Immendorff).

Jörg Immendorff, völlig wahrgenommen und gleichzeitig auf die Schippe genommen

Dem renommierten Schriftsteller und langjährigen engen Freund Tilman Spengler gelingt mit dieser Form der fiktionalen Biographie, die sich als eine Abfolge von (literarischen) Bildern lesen lässt, die spielerisch-leichte Wiedererweckung eines Menschen, der weit mehr als die Kunstszene über Jahrzehnte mitgeprägt hat.

"Ein großes Vergnügen. Der Text liest sich amüsant wie wundersam sirrender Nonsense, gibt aber auch die Gewissheit, dass Immendorff und die Situationen genau getroffen sind, sozusagen mit genauer Zärtlichkeit. Ich stelle mir immer wieder Immendorff selbst vor, wie er die Texte liest und ins Kichern gerät, weil er sich völlig wahrgenommen und gleichzeitig auf die Schippe genommen fühlt." Sten Nadolny

Der Roman erschien am 31. August 2015.

Das haben viele schon vergessen:

Jörg Immendorffs Kunst war stets politisch geprägt. Sein provokantes und dadaistisches Aktionsprogramm LIDL wurde 1969 vom Kultusministerium verboten und Jörg Immendorff von der Düsseldorfer Kunstakademie verwiesen.

 

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft