25.05.2012 07:38 in die Wirrungen des Ersten Weltkriegs

Buch: William Boyds "Eine große Zeit" - Zeitreise ins Österreich-Ungarn zwischen 1913 und 1915

(c) Berlin Verlag

Von: Berlin Verlag

"Wien, 1913. Lysander Rief, ein aufstrebender junger Schauspieler, hat alle Zelte in London abgebrochen und sich nicht zufällig in die Stadt Sigmund Freuds begeben. Vor seiner Hochzeit muss er sich einem delikaten Problem stellen. Doch als er im Wartezimmer von Dr. Bensimon Hettie begegnet, weiß er sofort, diese unergründlichen braungrünen Augen werden ihn nicht mehr loslassen. Hettie Bull öffnet ihm alle Türen zum ausschweifenden Wiener Künstlerleben, sie betört, umgarnt und blendet ihn und drängt ihn in ein undurchschaubares Spiel, das ihn zur Flucht aus Wien und in die Arme zweier britischer Agenten treibt. Boyds neuer Roman ist eine Erkundung der Tiefen menschlicher Psyche und ein Spionageroman zugleich. Mit meisterlicher Hand entwirft Boyd einen Kosmos, der die Unruhe und Rastlosigkeit einer Epoche zeigt, den schmalen Grat zwischen Brillanz und Scheitern. Eine große Zeit ist aber nicht allein ein Parforceritt durch Europa und die Kriegswirren des Ersten Weltkriegs, es ist ein großer wahrhaftiger Roman, den der Autor uns zu seinem 60. Geburtstag schenkt."

Pressestimmen

Ein Anwärter auf die Nachfolge von John Le Carré ... William Boyd ist vom Namen zur Marke geworden. Das hat viel mit seinen Themen Täuschungen und Spionage aller Art und mit er gekonnt erzeugten, aber nie plump im Vordergrund stehenden Spannung seiner Romane zu tun. Die Mühelosigkeit, mit der sich der Schotte nicht nur Milieus und Charaktere, sondern auch unterschiedlichste literarische Genres aneignet, ist zweifelsohne beeindruckend. Dazu gehört die Fähigkeit, den eigenen Stil fast unsichtbar werden zu lassen. Es scheint, als zöge sich dieser Schriftsteller vor Beginn eines neuen Buches jeweils ein anderes Paar Handschuhe an. Fast alle sitzen wie angegossen, doch besser als das vornehme Hirschlederpaar der vorletzten Jahrhundertwende steht ihm das schwarze Glattleder des Agententhrillers. (Frankfurter Allgemeine, Felicitas von Lovenberg, 05. März 2012)William Boyd. Wo er ist, herrscht Halbschatten zwischen Fiktion und Fakten. Wo er ist, werden Menschen sich und einander fremd. Der Brite ist der begnadetste literarische Kunstfälscher unserer Tage, ein großer Zufalls-Choreograf, Identitätsverwischer und Menschentester vor dem Herrn. (Literaturen, Elmar Krekeler, 03. März 2012)Zunächst heißt es, William Boyd für seine Gabe zu loben, den Leser in eine atemlose Ahnungslosigkeit zu versetzen. Bis kurz vor dem Ende seines Romans weiß man nicht, wer das Geflecht aus Intrige und Verrat gesponnen hat, durch das sich Boyds Held, der so elegante wie sympathische Luftikus Lysander Rieff, schlagen muss. Ist es der britische Geheimdienst, der deutsche, der österreichische, oder vielleicht doch Hettie Bull, Lysanders quirlige Geliebte mit ihrer verfressenen Gier nach Leben? …Es gibt solche und solche Unterhaltung. Boyd ist ein Vertreter der tiefgründigeren. (Die Welt, Jacques Schuster, 03. März 2012)

 

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