22.10.2013 08:46 eine Hymne auf die Literatur

Buch: Stoner - Vom Geheimtipp zum Welterfolg - wieder entdeckt und veröffentlicht

John Williams Stoner

John Williams erzählt hier die Lebensgeschichte des amerikanischen Universitätsprofessors William Stoner (c) dtv

Von: Deutscher Taschenbuch Verlag

Bis zu seiner Wiederentdeckung 2006 in den USA war Stoner einer der großen vergessenen Romane der Weltliteratur. Nur wenige Literaturliebhaber und Schriftsteller wiesen immer wieder auf den außerordentlichen Rang dieses Werks hin, erwarben noch übrige Exemplare antiquarisch, verschenkten sie im Dutzend.

 Wer war William Stoner?

Der Erfolg kam zunächst in den USA, als Edwin Frank der Chef-Lektor der New York Books Classics den lange vergriffenen Roman Stoner wieder entdeckte und veröffentlichte. Ad hoc 40.000 verkaufte Exemplare, das war viel für einen Autor, der nicht mehr lebte und den kaum jemand kannte – und es war ein Signal:

Eine erste Übersetzung von Stoner ins Französische folgte – durch Anna Gavalda, die eine große Fürsprecherin des Buches wurde und ihm zu großartiger Verbreitung verhalf.

Auch in England (bislang 47.000 verkaufte Exemplare), Italien (über 50.000 Exemplare, 11 Auflagen; Mix-Preis 2013 – das beste 2012/13 verkaufte Buch, ausgewählt von den Feltrinelli-Buchhändlern), Israel (48.000 Exemplare) und Holland (in nur neun Monaten über 135.000 Mal verkauft) – entwickelte sich Stoner zum Bestseller mit monatelanger Verweildauer auf den Listen – ein Buch, das Kritik wie Publikum gleichermaßen hinriss.

Inzwischen entstehen Übersetzungen in mehr als zehn weiteren Sprachen: u. a. Brasilianisch / Portugiesisch, Chinesisch, Dänisch, Katalanisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch und Türkisch.

 

»Ich habe mich in ihn verliebt.« Anna Gavalda

Stoner ist einer der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird - es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ.

Großartige Charakterstudie

Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen.

"Stoner" ist kein Liebesroman, aber doch und vor allem ein Roman über die Liebe: über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe. Es ist ein Roman darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein. "Stoner" ist ein lesenswerter Roman. Die Figur des William Stoner wird mit viel Liebe zum Detail erzählt.

John Williams wurde 1922 in Texas geboren. Trotz seiner Begabung brach er sein Studium ab. Widerstrebend beteiligte er sich an den Kriegsvorbereitungen der Amerikaner und wurde Mitglied des Army Air Corps. Während dieser Zeit entstand die Erstfassung seines ersten Romans, der später von einem kleinen Verlag publiziert wurde. Williams erlangte an der University of Denver seinen Master. 1954 kehrte er als Dozent an diese Universität zurück und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1985. Er veröffentlichte zwei Gedichtbände und vier Romane, von denen einer mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.John Williams starb 1994 in Fayetteville, Arkansas.

 

Pressestimmen

»Ohne Zweifel hat John Williams mit ›Stoner‹ den Roman seines Lebens verfasst.«
Lesetipp von Alex Capus, buchreport.express 08.08.2013

»John Williams ist ein exzellenter Erzähler, der den Leser auf fast beiläufige Weise in seinen Bann zieht.«
Eva Steindorfer, Die Presse 25.08.2013

»Und das Karge, Nüchterne regiert weiterhin (...), in einer Sprache allerdings, die sich wie ein schlicht, aber perfekt gearbeitetes Gewand an den Leib der Erzählung schmiegt, die Momenten tiefster Bitterkeit ebenso schlüssig Gestalt verleiht wie den raren, unvermittelten Lichteinfällen.«
Angela Schader, Neue Zürcher Zeitung 10.09.2013

»›Stoner‹, das könnten wir alle sein.«
Main-Echo 14.09.2013

»Stoner ist ein leiser Held, ein Heros der Beharrlichkeit.«
Knut Cordsen, BR 5, Neues vom Buchmarkt 02.10.2013

»Jetzt liegt ›Stoner‹, von Bernhard Robben vorzüglich übersetzt, in einer deutschen Ausgabe vor, die es erlaubt, einen zu Unrecht vergessenen Autor zu entdecken.«
Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung 08.10.2013

»Ein Professorenroman aus den fünfziger Jahren der USA und eines der besten Bücher im Jahr 2013.«
Der Spiegel 07.10.2013

»Melancholisches Meisterwerk«
Bild am Sonntag 06.10.2013

Deutscher Taschenbuch Verlag (1. September 2013)


Thomas Zirnbauer
E-Mail: zirnbauer.thomas[at]dtv.de