20.03.2014 08:46 Wirtschaftskrimi und eine Familiengeschichte

Buch: Rafael Chirbes erzählt von der spanischen Wirtschaftskrise

Am Ufer - die spanische Wirtschaftskrise

Der Autor Rafael Chirbes schildert auf mitfühlende und aufrüttelnde Weise wie die Menschen in Spanien mit der Wirtschaftskrise umgehen (c) Kunstmann

Von: Antje Kunstmann Verlag

Rafael Chirbes entwirft ein mitfühlendes und mitreißendes Portrait über die Wirtschaftskrise in Spanien. Er stellt den Menschen in den Vordergrund und schildert die Tragödien dahinter.

Chirbels erzählt einen Wirtschaftskrimi und eine Familiengeschichte zugleich. Und er schreibt die Mentalitätsgeschichte Spaniens fort. Sarkastisch, mit viel Humor und Witz zeigt er uns die gesellschaftlichen Verwerfungen, den Tanz um das goldene Kalb, der immer weiter geht. Gleichzeitig macht er sich auf die Suche nach den Wurzeln der Ursachen.


Die Immobilienblase in Spanien ist geplatzt

Die Profiteure haben ihr Geld rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Zurückgeblieben sind nur noch Verlierer. Ihnen gilt Rafael Chirbes’ Interesse und seine Empathie.
Esteban hatte sich als junger Mann ein anderes Leben erträumt, ist dann aber doch in der Familienschreinerei hängengeblieben. Aber anders als sein sozialistisch strenger Vater, der nach der Maxime lebt: Wir beuten niemanden aus, wir leben von dem, was wir erarbeiten, wollte Esteban wie alle anderen auch sein Stückchen vom großen Immobilienkuchen. Und als sein Vater alt und nicht mehr handlungsfähig ist, investiert er das im Familienbetrieb erarbeitete Geld in eine Baufirma. Zu spät.

Chirbes schildert die Krise aus Sicht der Menschen

Die Firma geht pleite und mit ihr die Schreinerei. Insolvenz, Beschlagnahmung der Maschinen, die Mitarbeiter stehen auf der Straße, auch die kolumbianische Pflegerin des alten Vaters kann nicht mehr bezahlt werden. Doch Esteban ist auch mit siebzig noch ein vitaler Mann. Und er ist Realist. Eine Perspektive für die Zukunft sieht er nicht und zieht die Konsequenzen.

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Rafael Chirbes, geboren 1949 in Tabernes de Valldigna bei Valencia, studierte in Madrid und lebt in Beniarbeig bei Alicante. Er arbeitete als Literatur- und Filmkritiker für verschiedene Zeitschriften, u.a. für das Reise- und Gourmetmagazin Sobremesa. Rafael Chirbes gehört zu den international bekanntesten spanischen Autoren, seine Romane, u.a. "Der lange Marsch", "Der Fall von Madrid", "Alte Freunde", wurden in viele Sprachen übersetzt, für seinen letzten Roman "Krematorium" erhielt er 2008 den Spanischen Nationalpreis der Kritik.

Pressestimmen

Der weitaus beste spanische Roman über die Krise. Das wichtigste Buch der letzten Jahre. (El País)

'Am Ufer' heißt der bittere und in seiner Bitterkeit großartige neue Roman von Rafael Chirbes. (…) Es sieht so aus als hätte er den Roman zur spanischen Krise geschrieben. Aber zum Glück enthält das Buch sehr viel mehr. Chirbes verhandelt darin seine großen, von Roman zu Roman enger geschnürten Themen von Tod und Vergänglichkeit. (Ralph Hammerthaler, Süddeutsche Zeitung)

'Am Ufer' ist ein wuchtiger Roman über eine spanische Provinzgesellschaft im Zustand des Bankrotts, niederschmetternd in seiner brutalen Scharfsichtigkeit. Und natürlich zugleich die ziemlich hoffnungsfreie Beschreibung des Krisenlands Spanien überhaupt. (Wolfgang Höbel, DER SPIEGEL)


Antje Kunstmann Verlag 15. Januar 2014