18.04.2013 10:00 Zurück in die Zukunft

Buch: Pablo Tussets "Oxford 7"erzählt auf schrägste Weise von unserer Zukunft

Pablo Tussets "Oxford 7"erzählt auf schrägste Weise von unserer Zukunft

Eine wohlmeinende wie totale Überwachungsgesellschaft, die so weit gar nicht mehr entfernt scheint (c) Frankfurter Verlagsanstalt

Von: Frankfurter Verlagsanstalt

Es sind die späten Achtziger, allerdings die des 21. Jahrhunderts. Die Menschen haben ihren Lebensraum auf das Universum ausgedehnt, interplanetare Firmen wie Coca-Cola und Apple bestimmen als Sponsoren den Lehrplan der Universitäten, und Krankenkassen wachen minutiös über den individuellen Kalorien-, Fett- und Alkoholverbrauch.

In der Space-Universität Oxford 7 sieht man durch die künstliche Atmosphäre Earth, Moon und Sun, das Vogelgezwitscher wird pünktlich zum Wechsel der Tages- und Nachtseite angestellt, und die Schwerkraft liegt unverändert bei eins Komma eins, etwas schwerer als auf der Erde. Nur eines bringt die eingespielten Abläufe aus dem Takt: die Studentenproteste. Ständige Kontrolle, keine Prä-Computermusik auf dem Zimmer, keine Kerzen, keine Partys:

Der Wunsch nach mehr Freiheit und weniger Sicherheit ist bei den Studenten erwacht. Dekanin Emily Deckart, bekannt für ihre Unnachgiebigkeit und ihre spitzen Absätze, klappert den Gang entlang zur Krisenkonferenz, bereit, den Aufstand niederzuschlagen. Zur gleichen Zeit finden sich die Studenten Mam’zelle, BB und Marcuse bei ihrem alten Professor Palaiopoulous ein. Sie haben einen Plan, wie sie Deckart endgültig loswerden können.

Mit Hilfe des Draufgängers Rick, der sie in seinem alten Shuttle und dank einiger Tricks durch die Sicherheitsschleusen bringt, fliegen sie zur Erde. Ihr Ziel: Barcelona. Sie wollen einen berüchtigten Systemgegner finden, der in ihrem Plan die Schlüsselrolle spielt. Doch dieser Franz von Assisi ist gefährlicher, als sie dachten ...


Pablo Tussets neuer Roman ist ein spannendes und unterhaltsames Science-Fiction-Abenteuer, das uns mit großem Humor eine futuristische Welt mit all ihren absurden Details vor Augen führt: eine wohlmeinende wie totale Überwachungsgesellschaft, die so weit gar nicht mehr entfernt scheint. Und der Autor wirbelt den Leser so durch die Geschichte, dass dieser sich fragen muss: Wer ist denn nun der Bösewicht?

Über den Autor:

Pablo Tusset, geboren 1965 in Barcelona, ist der Autor des Bestsellers Das Beste was einem Croissant passieren kann und Im Namen des Schweins, die beide in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Die Poesie-Anthologien Die Wiegenlieder der Wellen und Die Ähnlichkeit von kochendem Reis hat er nie veröffentlicht, weshalb ihm auch nie der Premio Nacional de Poesía verliehen wurde. Man darf wohl kaum daran zweifeln, dass er wohl niemals Mitglied der Königlichen Akademie werden wird oder ihm der Literaturnobelpreis zugesprochen wird. Er wohnt zur Zeit nicht in New York. Alles, was er erreichen möchte, erreicht er schreibend, und schlimmer noch: Er veröffentlicht es.

Seit dem Erscheinen seines zweiten Romans, Im Namen des Schweins, der in Spanien wochenlang die Nummer eins auf den Bestsellerlisten war, hat sich der Autor, der vermutlich unter einem Pseudonym schreibt, wie in Luft aufgelöst. Eine spezielle Klausel im Verlagsvertrag entbindet ihn von allen Präsenzpflichten, Tusset beantwortet weder Briefe noch E-Mails.

Tusset contra Tusset ist der Titel des einzigen Interviews, in dem er sich über Im Namen des Schweins geäußert hat, geführt hat er es mit sich selbst, bzw. verkleidet als José Antonio Santaló, wie er mit wahrem Namen heißen könnte. Was Pablo Tusset tut, wenn er keine Romane schreibt, darüber kann nur spekuliert werden.

Weitere Links:

New Spanish Books:

http://www.newspanishbooks.de/autor/pablo-tusset

Frankfurter Verlagsanstalt
Arndtstraße 11
60325 Frankfurt am Main

Internet: www.frankfurterverlagsanstalt.de
Email: hedrich@remove-this.frankfurter-verlagsanstalt.de