22.02.2012 07:08 poetische Heimatkunde

Buch: Mit "Das Haus" setzt Andreas Maier konsequent fort, was er mit seinem Erfolgsroman "Das Zimmer" begonnen hat

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Von: Suhrkamp Verlag

 

Am Beginn dieses Lebens ist Herbst, und Enten schwimmen auf dem Bad Nauheimer Teich. Der Erzähler erinnert sich an ein Paradies, ein Leben ganz ohne Menschen und Zwänge. Die ersten drei Jahre verlebt er bei seiner Urgroßmutter. Aber dann kommt der Einzug in das große, neue Haus der Familie, das dort gebaut worden ist, wo vormals die Apfelbäume standen. Das leere Haus wird zum Lebenszentrum des Kindes. Auf der Flucht vor dem grellen Küchenlicht des gemeinsamen Abendessens werden die unteren Regionen, die Kellerräume mit ihren Ölbrennern und Tankanlagen, zu seiner abgründigen Heimat. Das Kind spricht lange nicht, nimmt keinen Kontakt zu seiner Umwelt auf, wird zu Ärzten gebracht. Später fliegt der Keller als Raumschiff Enterprise in den Wetterauer Himmel, und der ältere Bruder ist der Kommandant. Während die Schwester, laut wie die Posaunen von Jericho, die Wände des Hauses zum Erzittern bringt.

Mit "Das Haus" setzt Andreas Maier konsequent fort, was er mit seinem Erfolgsroman "Das Zimmer" begonnen hat. Ein Buch, ein Haus, ein Leben, nahe herangezoomt, dann wieder fast klinisch sezierend auf Abstand gebracht und immer erfüllt von der Seele des Kindes – und von dem vielleicht, was wir lange schon vergessen haben, auch wenn es einmal unser aller Ursprung gewesen ist.

 

Pressestimmen

»Mit Das Haus ist Andreas Maier ein großer, stiller Text gelungen: eine gänzlich unsentimentale Erinnerungs-Etüde, voller Humor und abgrundtiefer Traurigkeit, mit einer sprachlichen Genauigkeit, die an sich schon großartig ist. Ein kleines Stück großer Literatur und eine ganz eigenwillige Art poetischer Heimatkunde, die hoffentlich bald fortgesetzt wird.«

(Andrea Gerk )

»Die Vertreibung aus dem Paradies der frühesten Kindheit, die Andreas Maier in seinem heute erscheinenden Roman beschreibt, könnte drastischer kaum ausfallen. Selten hat man den Verlust so glaubhaft aus kindlicher Perspektive erzählt bekommen.«

(Sandra Kegel Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Das Haus wirkt wie ein Prolog zu einem gewaltigen Panorama.«

(Richard Kämmerlings Die Welt )

»... Andreas Maier gelingt es meisterhaft, seine Empfindsamkeiten, seine Kindheitsnöte, seine Probleme mit der Welt, so wie er sie vorgefunden hat und wie sie ihm erzählt worden ist, produktiv umzuwandeln, sie zu Literatur werden zu lassen.«

(Gerrit Bartels Tagesspiegel )

»Sein Buch ist herrlich eigen, einer der Ausnahme-Romane des Jahres.«

(Tobias Becker spiegel.de )

»Es spricht für das Buch, dass der Leser sich in den Kindheitserfahrungen wiederfinden kann. ... Andreas Maier erkundet aus Erinnerung, Einfühlung und Mutmaßung die Seelenlage seiner frühen Jahre. Es ist eine Art Rekonstruktion eines inneren Bildes, eine sensibel und sprachmächtig betriebene Familienaufstellung.«

(Michael Schreiner Augsburger Allgemeine )

»Das Haus ist das Psychogramm eines Kindes, das es schwer hat im Leben - eine rückblickende Bestandsaufnahme, aber eben keine Therapie, die ja immer auch Auswege zeigen sollte. Dem aber verweigert sich Maier und bleibt so in der Welt des Kindes gefangen. Die Schwäche des Kindes ist die Stärke des Romans.«

(Dierk Wolters Frankfurter Neue Presse )

»Ein Roman über Drinnen und Draußen, über das Ich und die Welt. Ganz klein. Ein großes Buch.«

(Jörg Magenau tageszeitung )

»Andreas Maier ist ein Konstrukteur, der mit Vergangenem arbeitet und aus diese, flüchtigen Material ein Haus geschaffen hat, in dem man verschiedene Zimmer betritt und staunt, was sich darin angesammelt hat.«

(Michael Opitz Deutschlandradio Kultur )

»Es ist absolut fesselnd, wie plastisch der Autor das alltägliche Martyrium eines überforderten Kindes beschreibt...Auch der lebenstüchtige Vater oder die extrem wütende Schwester sind dermaßen starke Figuren, dass man sie noch gerne länger begleiten möchte. Zum Glück folgt bald die Fortsetzung.«

(Karin Cerny profil )

» ›Das Zimmer‹ und ›Das Haus‹ sind einzigartige Romane, geschrieben mit jener Besessenheit, die große Literatur ausmacht. Die Evokation von Kindheitsräumen, in denen Weltbilder entstehen, gelingt erzählerisch und sprachlich so überzeugend, dass man die nächsten Bände herbeisehnt und die meisten der generationenübergreifenden Familienepen, die den Buchmarkt derzeit überschwemmen, liebend gern zur Seite legt.«

(Rainer Moritz Neue Zürcher Zeitung )

 

Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (12. Dezember 2011)

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