26.09.2011 07:05 git es einen Gott ?

Buch: Ketzerisches Gedankenspiel - Kain von José Saramago

(c) Hoffmann und Campe

Von: Hoffmann und Campe

In »Kain« schreibt José Saramago die Bibel kurzerhand um und lässt den Brudermörder eine ganz eigene Reise durchs Alte Testament antreten. Mit Phantasie, Ironie und einem Schuss Boshaftigkeit führt der große Romancier die göttliche Allmacht ad absurdum. "Portugals bedeutendster Romancier" (DIE ZEIT) hat seinen Lesern mit seinem letzten Werk ein kraftvolles, provozierendes Vermächtnis hinterlassen.

Der Verlag über das Buch

"Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte ihrer Uneinigkeiten mit Gott, weder versteht er uns, noch verstehen wir ihn", heißt es in Saramagos »Kain«, und es könnte das Motto des Buches sein. Saramago schickt seinen Helden nach dem von ihm begangenen Brudermord an die unterschiedlichsten Schauplätze des Alten Testaments und lässt ihn aktiv an den biblischen Geschichten teilhaben. So trifft Kain, der in der Zeit vor und zurück katapultiert wird, auf die verführerische Lilith, die ihn sofort als Liebhaber vereinnahmt, er ist als Retter zur Stelle, als Abraham sich in Gottes Auftrag anschickt, seinen Sohn Isaak zu opfern, er verfolgt fassungslos die Zerstörung von Sodom und Gomorrha. Stets stellt der staunende, vermeintlich naive Kain die göttliche Vernunft in Frage - ob es sich um Gottes »unrühmliche« Rolle in dem ureigenen Bruderzwist handelt, ob um die Babel'sche Sprachverwirrung oder den Tanz ums Goldene Kalb. Und auch Saramagos geistreicher, unermüdlich kommentierender Erzähler macht einmal mehr deutlich, dass göttliches Handeln mit rationalem Denken nicht nachzuvollziehen ist.

 

Hoffmann und Campe (16. August 2011)

 

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