23.12.2014 08:55 big apple läßt grüßen

Buch: Immer noch New York - Lily Bretts Kolumnen sind Klassiker

Immer noch New York - Lily Brett

Lily Brett, die australische New Yorkerin mit europäischen Wurzeln, steckt mittendrin, und um die Stadt einzufangen, hält sie sich selbst den Spiegel vor (c) Suhrkamp

Von: GFDK - Suhrkamp

»In Downtown Manhattan sah man oft einen Mann, der mit einem Papagei auf dem Kopf herumspazierte. Ein Papagei weckt in New York kein großes Interesse, ein Papagei auf dem Kopf eines Mannes schon.«

Lily Brett, die australische New Yorkerin mit europäischen Wurzeln, steckt mittendrin, und um die Stadt einzufangen, hält sie sich selbst den Spiegel vor. Hinreißend erzählt sie von ihren Nöten, einen halbwegs anständigen Büstenhalter im Greenwich Village zu erstehen, vom befremdlichen Anblick der Schoßhündchen in Regenmänteln und Sonnenbrillen, vom überbordenden Großstadtverkehr. Und zum Glück gibt es in dieser ziemlich hektischen Stadt auch Winkel der Ruhe und des Friedens, den Geruch von frisch gebackenem Brot und die entwaffnend ehrlichen Gespräche mit ihrer Kosmetikerin. Denn in Manhattan ist nichts unbedeutend und nichts selbstverständlich.

Lily Bretts Kolumnen sind Klassiker. Denn in der tragikomischen Mischung aus Autobiografie und kleinen Alltagsvignetten schimmern die großen Themen des Lebens durch.

Lily Brett wurde 1946 in Deutschland geboren. Ihre Eltern heirateten im Ghetto von Lodz, wurden im KZ Auschwitz getrennt und fanden einander erst nach zwölf Monaten wieder. 1948 wanderte die Familie nach Brunswick in Australien aus. Mit neunzehn Jahren begann Lily Brett für eine australische Rockmusik-Zeitschrift zu schreiben. Sie interviewte und porträtierte zahlreiche Stars wie Jimi Hendrix oder Mick Jagger.
Heute lebt die Autorin in New York. In regelmäßigen Kolumnen der Wochenzeitung "DIE ZEIT" hat Lily Brett diese Stadt porträtiert. Sie ist mit dem Maler David Rankin verheiratet und hat drei Kinder.

Melanie Walz, geboren 1953 in Essen, wurde 1999 mit dem »Zuger Übersetzer-Stipendium« und 2001 mit dem »Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis« ausgezeichnet. Sie hat u.a. Werke von Lily Brett, Antonia Byatt, Alexandre Dumas, Lawrence Norfolk, John Cooper-Powys und Annie Proulx ins Deutsche übertragen. Melanie Walz lebt in München.


Pressestimmen

»Lily Brett hat ein charmantes Buch geschrieben, mit viel Sprachwitz und souveräner Lässigkeit, das zwischen Lächeln und Traurigkeit changiert. Es ist eine amüsante Lektüre für alle, die New York bereits kennen und lieben, und für alle, die die Stadt erst noch kennenlernen möchten.«

Isa Schikorsky, Lesart 4/2014