15.10.2014 08:51 Lebensgeschichte

Buch: Herta Müller erzählt, was sie zum Schreiben gebracht hat

Literaturnobelpreistraegerin Herta Mueller

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller erzählt von ihrer Kindheit (c) Hanser Verlag

Von: GFDK - Carl Hanser

Herta Müllers neues Buch "Mein Vaterland war ein Apfelkern" ist jetzt erschienen. Zum ersten Mal erzählt Herta Müller, was sie zum Schreiben gebracht hat und was ihr Leben als Autorin bestimmt.

Herta Müller erzählt von dem, was sie zum Schreiben gebracht hat – eine Lebensgeschichte in der Literatur

"Ich stehe (wie so oft) auch hier neben mir selbst." So begann Herta Müller ihre Tischrede nach der Verleihung des Nobelpreises. In einem langen Gespräch mit Angelika Klammer erzählt sie von ihrem ungewöhnlichen Lebensweg, der vom Kind, das Kühe hütet, bis zur weltweit bekannten Schriftstellerin im Stadthaus in Stockholm führt. Sie erzählt von der Kindheit in Rumänien, vom Erwachsenwerden und dem erwachenden politischen Bewusstsein, von den frühen Begegnungen mit der Literatur, den Konflikten mit der Diktatur des Kommunismus und dem eigenen Weg zum Schreiben. Mit ihrem Bericht vom Ankommen in einem neuen Land fällt auch ein ungewohnter Blick auf das Deutschland der 80er und 90er Jahre und auf die Gesellschaft, in der wir heute leben.

Leseprobe aus Herta Müllers neuem Buch

Ich dachte auch, dass alle Atemzüge, die man tut, gezählt werden. Dass sie sich wie Glaskügelchen auf einer Schnur auffädeln und eine Kette bilden. Und wenn die Atemkette eine Länge hat, die vom Mund bis zum Friedhof reicht, dann stirbt man. Weil der Atem unsichtbar ist, kennt kein Mensch die Länge seiner Atemkette.

Herta Müller, 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren, lebt seit 1987 als Schriftstellerin in Berlin. Ihr Werk erscheint bei Hanser. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und ist die Literaturnobelpreisträgerin 2009.

Carl Hanser Verlag Oktober 2014