11.05.2015 08:36 ein mutiges meisterstück

Buch: Die Gleissende Welt - Siri Hustvedts Porträt der Künstlerin als alternde Witwe

Der neue Roman von Siri Hustvedt ist ein Konzert widerstreitender Stimmen, eine polyphone Tour de Force über die Macht von Vorurteilen, Begierde, Geld und Ruhm (c) Rowohlt

Von: GFDK - Rowohlt

Siri Hustvedt kehrt in diesem Roman in die New Yorker Kunstwelt aus ihrem berühmtesten Buch "Was ich liebte" zurück. "Die gleißende Welt" ist der Titel eines utopischen Romans von Margaret Cavendish, die im 17. Jahrhundert als eine der ersten Frauen überhaupt unter ihrem eigenen Namen publizierte.

Als frühe Universalgelehrte ist sie Vorbild und Idol von Harriett Burden, der Witwe eines einflussreichen New Yorker Galeristen. Nach dessen vorzeitigem Tod in den siebziger Jahren beginnt Harriett - in der öffentlichen Wahrnehmung nichts als die Frau an der Seite des berühmten Mannes, aber in Wahrheit hochtalentiert - ein heimliches Experiment: eine Karriere als Installationskünstlerin, die sich hinter dem angeblichen Werk dreier männlicher "Masken" verbirgt, das in Wahrheit sie selbst erschaffen hat. Doch der Faustische Handel schlägt fehl - einer dieser Maskenmänner, selbst ein bekannter Künstler, durchkreuzt ihr Rollenspiel und setzt sein eigenes dagegen, und es kommt zum Kampf zweier großer Geister.

Siri Hustvedts neues Meisterstück

Siri Hustvedt arbeitet souverän die Geschichte einer Künstlerin auf, die wegen mangelnder Beachtung und Anerkennung ihrer Kunstwerke durch die Galeristen ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Erst als ihre Installationen von männlichen Künstlern präsentiert werden, finden sie Anerkennung und die "Künstler" werden berühmt. Ein Plan mit fatalen Folgen.
Der Roman gibt initime Einblicke in die Funktionsweisen des Kunstbetriebes. Der neue Roman von Siri Hustvedt ist ein Konzert widerstreitender Stimmen, eine polyphone Tour de Force über die Macht von Vorurteilen, Begierde, Geld und Ruhm. Es versammelt alle großen Themen Siri Hustvedts aus Literatur, Kunst, Psychologie und Naturwissenschaften. Ein mutiges, schillerndes und fesselndes Meisterstück.

Siri Hustvedt als Schriftstellerin

Siri Hustvedt, geboren in Northfield, Minnesota, studierte Literatur an der New Yorker Columbia University und promovierte mit einer Arbeit über Charles Dickens. Sie lehrt an der psychiatrischen Abteilung des Weill Medical College in Cornell und lebt in Brooklyn. Bislang hat sie sechs Romane publiziert, mit Was ich liebte hatte sie ihren Durchbruch. Zugleich ist sie eine profilierte Essayistin. Bei Rowohlt liegen von ihr die Essaybände "Leben, Denken, Schauen", "Nicht hier, nicht dort" und "Being a Man" vor. Zuletzt erschienen die internationalen Bestseller "Die zitternde Frau" und "Der Sommer ohne Männer".

Pressestimmen zu Siri Hustvedts neuem Roman

Hustvedts Porträt der Künstlerin als alternde Witwe! Selten trifft man auf eine Heldin, die so großspurig, egomanisch, lustvoll, zartbesaitet und mutig ist - eine überlebensgroße Jederfrau. (The New York Times)

Der beste bislang! (The Washington Post)

Hustvedts größter Triumph in diesem Buch ist nicht die Diskussion der Geschlechterfrage, sondern dass wir mit jedem einzelnen Charakter mitfühlen. Dies ist ein muskulöses Buch, und genügend von diesen Muskeln sitzen im Herzen. (The Boston Globe)

Ein ausnehmend cleveres Buch - es macht seinem Titel alle Ehre. (The Times)

Hustvedts Bücher waren immer klug, unterhaltsam, auf ihre eigene Weise perfekt. Hier allerdings hat man den Eindruck, sie schreibt sich noch einmal in neue Höhen vor: zu noch größerer Leidenschaft und erzählerischer Wucht. (The Financial Times)

Erschienen im Rowohlt Verlag 24. April 2015