18.02.2013 07:10 Sprachliche Schönheit & kämpferische Natur

Buch: "Der Kalte" - Robert Schindels Auseinandersetzung mit den Erinnerungen Österreichs

"Der Kalte" - Robert Schindels Auseinandersetzung mit den Erinnerungen Österreichs

(c) Suhrkamp Verlag

Von: Suhrkamp

Eine Auseinandersetzung mit Österreichs politischen Mythen, den Versuchen des Vergessens und der Angemessenheit von Erinnerung.

Österreich in den »Waldheimjahren« zwischen 1985 und 1989. Drei »Kulturkämpfe« toben nebeneinander und sind doch untrennbar miteinander verbunden: der Kampf um einen neuen Staatspräsidenten, der Kampf um ein Antifaschismusdenkmal und der Kampf um das Theater, »die Burg«. Und inmitten dieser Auseinandersetzungen kämpft ein Einzelner, kämpft gegen das Vergessen und Verdrängen der NS-Zeit: der Spanienveteran und KZ-Überlebende Edmund Fraul. Dieser Fraul ist das Zentrum aller Bewegung: Dem Lager nie entkommen, bis ins Mark kalt, merkt er selbst, dass er Gefühle nicht äußern, nicht einmal spüren kann. Bis er auf seinen ziellosen Wanderungen durch Wien einem ehemaligen KZ-Aufseher begegnet und mit ihm ins Gespräch kommt: über Auschwitz. In seinem lang erwarteten zweiten Roman nach Gebürtig führt uns Robert Schindel erneut in den Wiener Kosmos: in eine Welt politischer, künstlerischer und menschlicher Gegensätze, Feindschaften, Amouren, Bindungen und Zerreißproben. In ein Geflecht von Tragödien und Liebesgeschichten, die so gut glücklich enden können wie tödlich. Figurenreich und vielperspektivisch ist dieser Roman, weltstädtisch und detailverliebt, so kämpferisch wie sanft und von großer sprachlicher Schönheit – und getragen von der Hoffnung, dass Blut und Wärme einer neuen Zeit in die gefrorenen Charaktere und in den Körper einer veränderten Gesellschaft zurückkehren.

 

 

Über den Autor:

Robert Schindel, geboren 1944 in Bad Hall bei Linz, ist Lyriker, Autor und Regisseur. 2009 wurde er als Professor an die Wiener Universität für angewandte Kunst berufen. Mehrere Literaturpreise. Werke u. a.: Gebürtig. Roman (1992), Mein liebster Feind. Essays, Reden, Miniaturen (2004), Fremd bei mir selbst. Die Gedichte (2004)

 

 

Pressestimmen:

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