15.09.2014 09:09 wilder ritt durch die USA

Boshaft schillernde Satire ICH BIN NICHT SIDNEY POITIER aus der Feder von Percival Everett

Satire ICH BIN NICHT SIDNEY POITIER

Eine dunkle, witzige, überbordende erzählerische Tour de force durch ein groteskes Amerika der Metamoderne (c) luxbooks

Von: GFDK - Luxbooks

Die boshaft schillernde Satire ICH BIN NICHT SIDNEY POITIER aus der Feder von Percival Everett zeigt einen wilden, atemraubenden Ritt durch die an allen Ecken des Landes erkrankten USA.

Im Zentrum findet sich ein junger Mann namens Nicht Sidney Poitier, in gewisser Weise die groteske Zuspitzung der bis heute ungelösten Rassenfrage, die derzeit durch die Ereignisse um den in Ferguson von einem Polizisten erschossenen Michael Brown erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.

Am Anfang und im Zentrum des vielleicht unterhaltsamsten Romans zu Medienwahnsinn und Rassenfragen in den USA steht ein böser, verzweifelter Witz: Portia Poitier, die unkonventionelle Mutter der Hauptfigur, gibt ihrem Sohn den Namen »Nicht Sidney«.

Starkult, Rassenfrage, und die Schere zwischen Arm und Reich

Alle diese Faktoren sind Nicht Sidney Poitier damit in die Wiege gelegt. Nicht Sidneys Mutter stirbt, als er elf Jahre alt ist und sie hinterlässt ihm nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sondern aufgrund kluger Investitionen auch einen maßgeblichen Anteil an der Turner Broadcasting Corporation, dem Mutterkonzern des Nachrichtensenders CNN. Dessen Gründer, Ted Turner, wird nun zum Vormund des vielleicht reichsten, verwirrtesten und einsamsten afroamerikanischen Jungen der USA. Als Nicht Sidney das abgeschirmte Anwesen seiner Jugend verlässt, wird er verhaftet und gerät sogleich in einen Mordfall in Smuteye, Alabama.

Eine dunkle, witzige, überbordende erzählerische Tour de force durch ein groteskes Amerika der Metamoderne. Übersetzt von Karen Witthuhn. Das Buch erscheint im November bei Luxbooks

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