03.06.2014 09:01 im interview

Bestseller-Autorin Jojo Moyes mit neuem Roman: Weit weg und ganz nah

Weit weg und ganz nah von Bestsellerautorin Jojo Moyes

Weit weg und ganz nah, eine Geschichte über Hoffnung und Liebe (c) Rowohlt

Von: GFDK - Rowohlt

Mit ihren Romanen hat Jojo Moyes Millionen Leserinnen und Leser erreicht. Die Reaktionen auf ihre seit Monaten die Bestsellerlisten dominierenden Romane sind überwältigend.

«Eine bittersüße Geschichte über Liebe, Lernen und Loslassen …» (über Ein ganzes halbes Jahr), «Ein hinreißend romantisches Buch, über das man fast seinen eigenen Liebsten vergisst …» (über Eine Handvoll Worte) – nur zwei von Hunderten begeisterter Leserstimmen. Nun erscheint Jojo Moyes' neuer Roman Weit weg und ganz nah.

Die Geschichte von vier Helden und einem chaotischen Hund

Einmal angenommen, dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher. Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast? Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Jojo Moyes im Interview über Ihr neues Buch

Erzählen Sie uns etwas über Ihr neues Buch?
Weit weg und ganz nah ist so anders als «Eine Handvoll Worte», wie es überhaupt nur sein kann. Jeder, der meine Bücher kennt, weiß, dass sie alle ziemlich unterschiedlich sind. Im Grunde ist auch «Weit weg und ganz nah» eine Geschichte über Hoffnung und Liebe, über all die wichtigen Themen, die ich in meinen Büchern verarbeiten möchte. Vielleicht diesmal mit dem ein oder anderen kleinen Lacher mehr …

Was ist mit Jess?
Jess ist eine alleinerziehende Mutter. Für mich ist sie eine dieser Frauen, die ich immer wieder sehe – eine stille Heldin. Sie lebt Tag für Tag ein Leben, in dem sie gerade so über die Runden kommt, und doch ist sie voller Entschlossenheit und Optimismus. Und diesen Optimismus versucht sie auch ihren Kindern mitzugeben und dabei immer fröhlich zu bleiben.

Und Ed?
Ed, hoffe ich, ist nicht eine dieser typischen männlichen Hauptfiguren. Ich versuche immer, meine Charaktere nicht so vorhersehbar zu gestalten. Er ist ein Computerfreak, der in seinem Job sehr erfolgreich ist. Er hat jede Menge Geld mit dem Verkauf seiner Software-Firma gemacht; dennoch fühlt er sich von der Businesswelt immer mehr überfordert. Am wohlsten fühlt er sich an seinem Computer; erst der Kontakt zu Jess Thomas und ihrer Familie macht ihm klar, dass es auch für ihn ein anderes Leben geben kann – und einen Weg, mit sich selbst ins Reine zu kommen.

Woher nimmt Jojo Moyes ihre Inspiration?

War es schwierig, die Parts von Nicky und Tanzie zu schreiben?
Nein, überhaupt nicht. Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern. Sie sind fünfzehn und zwölf Jahre alt, also nicht weit weg vom Alter der beiden Kids im Buch. Am meisten überrascht hat mich als Mutter von Teenagern oder Fast-Teenagern, dass sie so nett sein können. Sie sind lustig und auch ein bisschen seltsam, aber meistens bin ich einfach gerne mit Ihnen zusammen. Das wollte ich mit Tanzie und Nick rüberbringen.

Sind Ihre Figuren von jemandem aus dem wirklichen Leben inspiriert?
Von jemandem Realem inspiriert? Das würde ich Ihnen nicht erzählen, das wäre doch der schnellste Weg, um Freunde zu verlieren. Nein, meine literarischen Figuren basieren nie auf wirklichen Personen. Aber ich nutze durchaus Aspekte, Facetten von realen Personen, um daran meine Figur im Buch «aufzuhängen», wie an einen Kleiderbügel.
Bei Weit weg und ganz nah kam zum Beispiel eine der Ideen daher, dass mir eine als Putzfrau arbeitende Freundin erzählt hat, dass ihr einmal ein Arbeitgeber die Tür vor der Nase zugeschlagen hat. Dieses Bild ist mir sehr in Erinnerung geblieben – dass man jemandem auf diese Weise rabiat klarmacht, dass sie nicht zählt, nur weil sie eine Putzfrau ist.

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex. Mit ihrem Roman «Ein ganzes halbes Jahr», der aktuell in Hollywood verfilmt wird, gelang ihr international der Durchbruch - auch in Deutschland stand der Roman monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste.

pressearchiv@rowohlt.de