26.10.2013 08:42 die Fassade der Roaring Twenties bröckelt

Abrechnung mit der amerikanischen Oberschicht der Zwanzigerjahre: Edith Whartons Roman Dämmerschlaf

Edith Whartons Roman Daemmerschlaf

Den Stammplatz in New Yorks High Society zu behaupten ist ein aufreibender Fulltime-Job (c) Manesse Verlag

Von: Manesse Verlag

Das New York der Roaring Twenties ist Schauplatz von Edith Whartons bösestem Roman. Klarsichtig und zum Schreien komisch porträtiert sie eine Gesellschaft, die mit lärmendem Partygetöse alle Sinnfragen übertönt. An mehr als einen leichten Dämmerschlaf ist hier nicht zu denken, denn wer schläft, sündigt nicht – und ist damit nur fader Zaungast einer rauschhaft betriebsamen Welt.

Wiederentdeckung eines Buchklassikers

Den Stammplatz in New Yorks High Society zu behaupten ist ein aufreibender Fulltime-Job. Wer wüsste das besser als Pauline Manford? Diszipliniert unterwirft sie sich und das Leben «ihrer Lieben» dem Diktat der besseren Kreise. Trotzdem scheint der Verbleib in den schwindelnden Höhen der Wichtigkeit bedroht. Ist der «Mahatma», Paulines Entdeckung der letzten Saison, nun ein inspirierender Psychoguru oder ein Scharlatan mit einer Vorliebe für nacktes Fleisch? Wie lässt sich die Ehe von Paulines Sohn retten, dessen bildhübsche Frau gelangweilt von einer Karriere in Hollywood träumt? Immer schneller dreht sich für Pauline das Hamsterrad der gesellschaftlichen Verpflichtungen. Alles ist gut, solange der Terminkalender voll ist. Whartons Epochenporträt verrät verblüffende Parallelen zur heutigen Zeit.

Vergnügliche Satire auf die Luxusprobleme der oberen Zehntausend von New York

»Ernüchternd, dass sich so wenig geändert hat in fast hundert Jahren; schön aber, dass dieser geschliffene, sprachfunkelnde Roman in einer ebenso geschliffenen Übersetzung nun wieder vorliegt.« (Frankfurter Rundschau, 24.08.2013)

»Klarsichtig und herrlich ironisch lässt Edith Wharton die Fassade der Roaring Twenties in ihrem Roman bröckeln.« (Dorstener Zeitung, 26.08.2013)

»Edith Whartons Romane sind eine zarte Versuchung, der kein Leser lange widerstehen kann...Hier wird Literatur zur Poesie der Emotionen - eben ein Meisterwerk, das absolut mitreißend ist von der ersten bis zur letzten Buchseite.« (literaturmarkt.info, 26.08.2013)

Edith Wharton (1862–1937) war ein Kind der Upperclass von New York auf, deren gesellschaftliche Zwänge ihr literarisches Lebensthema wurden. Sie veröffentlichte zahlreiche enorm erfolgreiche Romane. 1921 wurde die Autorin mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, 1923 mit der Ehrendoktorwürde der Universität von Yale, beide Male als erste Frau.

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