09.10.2015 07:53 im dialog

Wanderausstellung "Israelis & Deutsche": Festakt mit Bundestagspräsident Norbert Lammert und Deutsch-Israelischer Philharmonie

Konrad Adenauer besucht David Ben-Gurion

Konrad Adenauer besucht David Ben-Gurion, Sde Boker, 1966. Foto: © Michael Maor / Konrad Adenauer besucht David Ben-Gurion, Sde Boker, 1966. Deutsch-israelische Uraufführung: Festakt mit Bundestagspräsident Norbert Lammert und Deutsch-Israelischer Philharmonie.

Von: GFDK - Ruth Justen

Berlin - Doppelte Premiere im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages: Eine deutsch-israelische Philharmonie gibt den Takt zur Eröffnung der ersten Station der Wanderausstellung "Israelis & Deutsche" am 15. Oktober 2015 an.

Wenn Bundestagspräsident Norbert Lammert, der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman und der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Reinhold Robbe, die Ausstellung der DIG eröffnen, erklingt eine Uraufführung. Die deutsch-israelische Philharmonie "Spring in the Negev - Friends in Music" zusammengestellt aus der Philharmonie der Nationen und dem Israel Sinfonietta Beer Sheva spielen unter der Leitung von Justus Frantz erstmals das Stück "Suspended Reality".

Der in Berlin lebende israelische Komponist Gilad Hochman (*1982) hat dieses Stück im Auftrag des Dirigenten Justus Frantz anlässlich der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel vor 50 Jahren eigens komponiert. Die Komposition sei ein musikalisches Landschaftsporträt des in der Wüste Negev liegenden Ramon-Kraters sowie eine Reflexion eines ganz bestimmten Existenzzustandes, wie der Komponist betont.

Wanderausstellung: Israelis & Deutsche

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) würdigt mit ihrer Wanderausstellung "Israelis & Deutsche: Die Ausstellung" jene Menschen, die sich abseits der Schlagzeilen stetig um die Überwindung der Sprachlosigkeit nach Krieg und Schoah sowie die zwischenstaatliche und -menschliche Annäherung zwischen Deutschland und Israel bemüht haben. Sie richtet gleichzeitig den Blick auf die heutige Generation junger engagierter Israelis und Deutscher, die den Dialog in der Zukunft weiterführen werden.

Ein Dialog, der auch im Rahmen der Eröffnung fortgesetzt wird. So moderiert Werner Sonne innerhalb der Veranstaltung eine Gesprächsrunde mit der Kuratorin der Ausstellung, Dr. Alexandra Nocke (*1971), und mit Hagar Levin (*1987) sowie Lukas Welz (*1986), zwei jungen Teilnehmern eines Freiwilligenprogramms aus Israel und Deutschland.

Zum Ausklang des Abends begleitet der Klarinettist Giora Feidman das Orchester "Spring in the Negev - Friends in Music" unter der Leitung von Justus Frantz. Orchester und Solist spielen das Stück "Maria" aus Leonard Bernsteins West Side Story.

"Israelis & Deutsche" präsentiert unveröffentlichtes Material

Die Ausstellung "Israelis & Deutsche" erzählt in sechs thematischen Ausstellungsmodulen die Geschichte der deutsch-israelischen Beziehungen seit den 50er-Jahren. Dabei präsentiert sie teils unveröffentlichte Fotos, Texte und Briefe.

Exklusiv für das Ausstellungsprojekt wurden zusätzlich zwölf vertiefende Videointerviews mit deutschen und israelischen Brückenbauern geführt. Hierzu gehören neben dem Komponisten Gilad Hochman, die Journalisten Doreen Mildner und Carsten Hueck, die Schauspielerin Sara von Schwarze, der Dramaturg Joshua Sobol, die Schriftsteller Chaim Noll und Nava Semel, die Historikerin Tally Gur, der Politiker Dr. Hans-Jochen Vogel und der Friedensaktivist Uri Avnery, der DJ Dan Yoel sowie die beiden Expertinnen für den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel Christine Mähler und Avital Ben-Chorin.

Ausstellung

Ein Zeitstrahl von 1949 bis 2015 mit den wichtigsten historischen Ereignissen ergänzt die persönlichen und oft emotionalen Geschichten von etwa 160 Kulturschaffenden, Politikern, Sportlern oder Unternehmern der verschiedenen Generationen aus beiden Ländern. Auch die Architektur der Ausstellung nimmt die Einzigartigkeit der deutsch-israelischen Beziehungen, ihre Widersprüche und die unterschiedlichen Perspektiven in Form und Material auf. Die Besucher erwarten metallene Raum-Skulpturen, auf denen ihnen Gesichter und Geschichten bekannter und unbekannter Zeitzeugen begegnen werden.

Laufzeit und Öffnungszeiten

Die Ausstellung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ist vom 16. Oktober bis 13. November 2015 im Paul-Löbe-Haus zu sehen. Sie kann gemäß den Zutrittsbedingungen des Deutschen Bundestages nach vorheriger Anmeldung montags von 9.00 bis 15.00 Uhr, dienstags bis donnerstags von 9.00 bis 16.00 Uhr und freitags von 9.00 bis 13.00 Uhr besichtigt werden. Interessierte können sich per E-Mail unter info-ausstellungen-plh@remove-this.bundestag.de oder ab dem 19. Oktober direkt unter diesem Link www.bundestag.de/parlamentarische_ausstellung anmelden. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.

Tourneedaten

Die Wanderausstellung wird von November 2015 bis Ende 2016 in Augsburg, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Hamburg, Kassel, Leer, Nürnberg, Passau und Würzburg gezeigt. Am 29. Oktober 2015 startet die Tournee der hebräischen Ausgabe in Tel Aviv. Bis Ende 2015 ist die Ausstellung in Beer Sheva, Haifa und Jerusalem zu sehen.

Die Ausstellung wird maßgeblich vom Auswärtigen Amt gefördert. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband unterstützt als Sponsor die Station Berlin. Weitere Ausstellungsorte werden von lokalen Sparkassen unterstützt. Informationen rund um "Israelis & Deutsche: Die Ausstellung" erhalten Interessierte in deutscher und englischer Sprache auf der Website www.israelis-und-deutsche.de.

Magazin zur Ausstellung

Bereits am 12. Oktober erscheint "Israelis & Deutsche: Das Magazin" mit Grußworten von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter des Staates Israel in Deutschland, und dem Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe. Weitere Beiträge stammen von Fania Oz-Salzberger, Shai Hoffmann, Katharina Höftmann, Assaf Uni und Alexandra Nocke. Herausgeber des Magazins zur Ausstellung sind die Deutsch-Israelische Gesellschaft, Dr. Alexandra Nocke, die Kuratorin der Ausstellung, sowie die wissenschaftliche Mitarbeiterin Teresa Schäfer. Das Magazin steht ab dem 12. Oktober zum Download auf der Website www.israelis-und-deutsche.de bereit.

Die Künstler des Abends

Komponist Gilad Hochman

Der international gefeierte Komponist Gilad Hochman (*1982) ist Israels jüngster Empfänger des angesehenen Prime Minister Awards. Er schloss sein Studium an der Musikhochschule der Universität Tel Aviv mit Auszeichnung ab. Seine Musik wird heute weltweit aufgeführt und gewürdigt, zum Beispiel von der BBC, der New York Times, France 24 und Deutschlandradio Kultur. Gilad Hochmans musikalische Sprache schöpft ihre Kraft aus Traditionen der europäischen klassischen Musik, der jüdischen Kultur und seiner israelischen Herkunft. Seit 2007 lebt Gilad Hochman in Berlin.

Justus Frantz

Justus Frantz (*1944) gelang als junger Pianist und Schüler von Eliza Hansen und Wilhelm Kempf der internationale Durchbruch, als Herbert von Karajan ihn als Solisten für eine Tournee der Berliner Philharmoniker einlud. Mit Leonard Bernstein und den New York Philharmonics eroberte er das Publikum im Sturm. Nach dem Studium bei Professor Brückner-Rüggeberg arbeitete er mit zahlreichen großen Orchestern zusammen, ehe er mit Leonard Bernstein das Schleswig-Holstein Musik Festival gründete. Zusammen mit Valery Gergiev setzte er die Idee der deutsch-sowjetischen Jungen Philharmonie um. Seit Gründung der Philharmonie der Nationen ist er deren Chefdirigent und hat mit dem Orchester mehr als 2.000 Konzerte weltweit aufgeführt. 2013 wurde er der erste nichtjüdische Deutsche, der ein israelisches Orchester, die Israel Sinfonietta Beer Sheva, als Chefdirigent und künstlerischer Leiter führt.

Die deutsch-israelische Philharmonie "Spring in the Negev - Friends in Music"

Anlässlich des 50. Jahres der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel wurde auf Initiative von Justus Frantz und mit Unterstützung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sowie des Auswärtigen Amts das Festival "Spring in the Negev - Friends in Music" mit Konzerten in Deutschland und Israel zwischen dem 14. und 28. Oktober ins Leben gerufen. Für diese Konzerte wurde ein Projektorchester gleichen Namens gegründet, bestehend aus Mitgliedern der 1995 gegründeten Philharmonie der Nationen und des 1973 gegründeten Israel Sinfonietta Beer Sheva.

Giora Feidman

Giora Feidmann wird 1936 als Sohn jüdischer Einwanderer aus Bessarabien (Moldawien/südliche Ukraine) in Argentinien geboren. Der junge Giora Feidman wächst in der Hauptstadt Buenos Aires auf, lernt Klarinette, musiziert schon als Kind mit seinem Vater auf Festen und erhält mit 18 Jahren eine Anstellung als Klarinettist am Teatro Colon, der renommiertesten Opernbühne Südamerikas. 1956 verlässt er Buenos Aires, zieht nach Israel und ist 18 Jahre lang Mitglied des Israel Philharmonic Orchestra. In Israel entdeckt er seine Leidenschaft für die einzigartige Musik der osteuropäischen Juden "Klezmer". Zu Beginn der 70er-Jahre verlässt der Klarinettist das Israel Philharmonic Orchestra und beginnt seine Karriere als weltweit gefeierter Klezmer-Interpret.

Über die Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. (DIG) mit Sitz in Berlin wurde 1966, ein Jahr nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen, gegründet. Die Gesellschaft vereint heute 50 Regionalgruppen mit knapp 5.000 Mitgliedern. Als überparteiliche Organisation trägt sie dazu bei, die menschlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verbindungen zwischen den Bürgern in Israel und Deutschland zu festigen und weiterzuentwickeln.

Pressekontakt:

Ruth Justen
Freie Journalistin
im Auftrag der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V.
Krokerstr. 5
04157 Leipzig
phone +49 341 5911482
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